Unterm Dach, juchhe…

..hat der Sperling, seine Jungen, Jungen. Diese zwitschern unermüdlich und dem Mensch gefällt was sie von sich geben, obwohl er nix versteht. Medien, Freunde und Kollegen twittern uns täglich etwas vor, das können wir zwar verstehen, aber glauben wir alles? Karl Valentin räumte ein:
„Es gibt immer drei Seiten, eine Positive, eine Negative und eine Komische“.
Nehmen wir eine Trennung als Beispiel, hier haben wir alle schnell einen Schuldigen gefunden. Die oder der EX, sollten sie weiterhin in der Provinz leben, bleiben auch nach Jahren nur: Die EX vom EX!
In Provinzmadames Adern aber, fließt ihr Blut, nicht das vom Geschiedenen!

Wie sehen es die gemeinsamen Kinder?

Das gewohnte Elternhaus existiert nicht mehr, trotzdem werden sie mit den alten Geschichten konfrontiert. Suchen unbewusst noch einen Schuldigen, irgendeiner muss ja etwas falsch gemacht haben? Für Provinzmadame war die Scheidung keine Niederlage. Heutzutage muss man in ihrem Alter auch nicht mehr daran zu Grunde gehen. In der Provinz wär ein Leben danach mit einem Pseudonym leichter, aber das ist etwas anderes.

Ein Neustart durch auswandern?

Das hat Provinzmadame bei so manchen Leuten bewundert. Mut, alles hinter sich zu lassen, raus aus der Engstirnigkeit und der Provinz. In der „Fremde“ ist man fremd und die Leute nehmen einen dort so wahr, wie man ist und akzeptieren was man macht.
Als „Daheimgebliebene“ wird man täglich mit Geschichten konfrontiert, die oft schon älter sind als der Euro. Dabei will doch jeder, nur sein Leben leben. So erinnert sich Provinzmadame oft an die Zeilen von Fendrichs Lied:

Die Wahrheit hört ma net so gern:
Es wird ka Wolkn und ka Sta vom Himmel falln

und es wird net amal, a Sta vorm andern rolln.
Es löscht die Zeit mit ihrer Selbstverständlichkeit
Di langsam aus in jeden Herz und trogt di hamwärts.
Tränen trocknen schnell, die Sonn brennt haß und scheint no gaunz genau so hell.
Erinnerung is n ur a Rafenspur im Saund.
Da Wind wahts zua und vü zu fruah, host as nimma in da Haund.


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