Wandern auf kurze Sicht

Wenn ich aus dem Fenster schau, und die weiße Suppe draussen, mich glauben lässt, das meine Brille beschlagen ist, dann kommt Plan B. In der „grenzenlosen Aussicht“ ist Orientierung gefragt. Hinter den grauen Schwaden, verbirgt sich ein Labyrinth des Erlebens. Als Kind, hab ich schon nicht ertragen, über eine endlose Ebene hinweg zu schauen. In der Puszta wär ich wahrscheinlich eingegangen wie ein Wollpullover bei 60 Grad. Ich liebe es, Berge zu sehen, mir geistig vorzustellen, wie es dahinter wohl aussehen könnte.

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Darum ist mir Nebel wurscht

Dinge, Wiesen, Wälder, alles ist verschleiert und ich muss mich konzentrieren, um die richtige Abzweigung  nicht zu verpassen. Ich lasse mir die Stimmung nicht verderben, ich hab eine Alternative. Ich spaziere, direkt in den Nebel  🙂 Könnte ich mich verirren? Klar, wenn ich in der „Fremde“ wär, bei Nacht und Nebel. Ich benutze aber Wanderwege die ich fast blind kenne und doch kommt mein Blut in Wallung.
Aufregung, Unsicherheit, Ängstlichkeit, weil ich nicht seh, was ich sonst seh.IMG_3434v

Wenn das Höllengebirge

verschwindet und der Attersee im Nirvana versinkt, ist für mich immer der Zeitpunkt für eine Nebelwanderung. Ich kann zwar auf einer Nebelbank nicht sitzen, aber ich kann meine Gedanken schweifen lassen, und schauen, auf was ich schauen möchte:
Auf mich!
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Selbsterkenntnis lässt mich meine Schwächen und auch meine Stärken erkennen.
Was könnte sich hinter der weißen Wand nicht alles auftun? Wenn Bäume es regnen lassen, obwohl es keinen Regen gibt?
Hochzeit am See

Wenn manches festgefahren ist

und man nichts weiter sieht, als eine Nebelwand, dann ist Bewegung gefragt.
Bewegung bringt Regung, in meinen Geist, und den will ich fordern. Meine Wahrnehmung schärfen und aufmerksamer werden. Auf Geräusche achten und Gerüchen nachgehen. Wenn sich irgendwann, irgendwo, der Nebel wieder lichtet, bekommen meinen Gedanken auch wieder in eine „saubere“ Richtung.
Denn lichtet sich der Nebel, man sieht wieder blauen Himmel und Sonnenlicht, und das auch unterhalb der Nebelgrenze.SonnenuntergangV

 

 

 

2 Gedanken zu “Wandern auf kurze Sicht

  1. Pingback: Wandermal – im Attertal – bewegend-begeistern am Attersee

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