Ein Vogel wollte Hochzeit machen

Romantisch und liebevoll stellt man sich einen Heiratsantrag vor. Und als Frau selbstverständlich vom Mann der Begierde. Bei mir war das a bisserl umgekehrt. Hat sich das gerächt? Gschieden, gschtorm, hümmegfoahrn. Erstmal bin ich „nur gschieden“. Aber wie die Headline schon sagt, habe ich geheiratet auch einmal. Der Klassiker: Erstes Kind, Eifersucht, Verlustangst, Liebeskummer. Also sprach ich damals energisch und bestimmt: „Entweder wir heiraten, oder i ziag aus!“

Zwei Schlüssel verbunden

Er hat ja gesagt

Aber nur, weil, wie er gemeint hat: an Haustürschlüssel hast ja scho. Das war ja mal eine gute Prognose für die bevorstehende Hochzeit. Alles so wie man es niemals machen sollte. Auf meine besorgte Frage, wenn wir mal endlich eine geeignete Lokation suchen, meinte mein Bräutigam, das hat ja noch Zeit. Genau!!! Nämlich gar keine mehr, die Hochzeit war im April geplant, und am Aschermittwoch, nach einer durchzechten Nacht, machte er in einer drittklassigen Pension, noch immer verkleidet als Hure, den Termin für „den schönsten Tag im Leben“ aus. Alle anderen von mir gewünschten Lokalitäten waren ja schon ausgebucht.

Zwei Hunde mit Girlanden

Der Tag danach

Weil den Hochzeitstag will ich gar nicht weiter erwähnen. Unsere damals einjährige Tochter war krank, und wollte nicht weg von meiner Schulter. Zu guter Letzt hat sie mir auf´s Kostüm gspiem und ich bin mit ihr um sieben nach Hause. Der Brauch, die Behausung des Brautpaares zu verunstalten, hat einigen anscheinend viel Spaß gemacht. Denn, im Schlafzimmer waren die Nudeln und die Decken im Kühlschrank! Gekränkt, geschwächt und enttäuscht ging ich mich mit dem Kind ins Bett, welches der Bräutigam wiederum nach langem, ausgiebigen Feiern, morgens um sechs Uhr aufsuchte.

Tanzender Frosch

Siebenundzwanzig Jahre

Insgesamt waren´s vierunddreissig. Eigentlich ein halbes Leben. Ja, wie kam es dann zur Scheidung? Ganz einfach, summasummarum, war die Zeit, die mein Ehegemahl mit mir und den Kindern verbrachte weniger, als die Gerüchte, die, die Spatzen von den Dächern gepfiffen haben. Jetzt weiß ich auch woher der Satz stammt: Du hast wohl einen Vogel.
Ja, gehabt 😉
(Und die Ringe hat er an einem Nachmittag gekauft, den er mit einem Freund verbrachte. Hennaring, ohne Gravour!!!!!!!!!!!!!!!)
Ich würde gerne Eure ungewöhnlichen Hochzeitsgeschichten lesen.

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