Jaja, das kann ich!

Mit diesen Worten hat Provinzmadame so manches im Leben verpatzt. Dabei hat sie es nur gut gemeint, YouTube gabs ja vor vierzig Jahren noch nicht. Als Verfechterin der „learning by doing“ Methode, hatte Provinzmadame nie Angst vor einem ersten Mal. Die Betroffenen leider, aber nachher immer einen Schock, vielleicht sogar Mordgedanken? Wimpernfärben dachte Frau Gertrude, easy. Der Schwägerin von Provinzmadame hatte die Friseuse abgesagt und auf ihr Angebot fragte sie ungläubig: „Kannst du das überhaupt?“

Logisch, hab ich schon zig mal zugeschaut

Wattebauschen unter die Wimpern, Farbe auftragen und aus. Jede Frau, die das mal selber probiert hat weiß, wie Scheiße das Ergebnis aussehen kann. Mit geschlossenen Augen saß die Schwägerin bei Tisch und zehn Minuten später begleitete Provinzmadame sie ins Bad. Neugierig, ob es gelungen ist, beobachtete sie, wie die Schwägerin die Wattebauschen abnahm. Alter Schwede: Zwei schwarze Guck und Provinzmadame musste den Drang zum Lachen unterdrücken. Der Blick der Schwägerin ohne Worte, ließ sie unaufdringlich verschwinden. Ihr tat es ja furchtbar leid, noch dazu weil Sonntag war und sie Montags doch wieder ihre leitende Funktion antreten musste. Sie tranken eine Zeit lang, den Kaffee nicht mehr gemeinsam.

„So a Kopferl is glei gstrickt“

Beim „Gweisat“* bringen vom Arbeitskollegen ihres Mannes. Die frisch gebackene Mamma wollte ein Hauberl häkeln und war sich der Maschenzahl nicht sicher. Angorawolle ist teuer, daher fragte sie die „Handarbeitsaffine“ Provinzmadame, immerhin hatte sie über hundert Pullis gestrickt. Ergo: Maschen pie mal Daumen und drauflos häkeln. Nach der zehnten Reihe wurde Frau Gertrude flau. Der Häkelkranz wirkte doch etwas zu groß für das Babykopferl. Ach was, positiv denken, rüber ins Kinderzimmer und messen. Ups! Phu, „verstrickte“ Angorawolle auftrennen? Sie wurden nie mehr eingeladen und sind selbstverständlich auch nicht auf FB befreundet.

Kürzen mit der Klinge

Nachbars Teenie hat sich mit Vierzehn die Haare mit der Rasierklinge gekürzt: VoKuHiLa 🙂 Bei Naturlocken sah das super aus. Provinzmadame, das Fräulein „Machalles“, innovationsfreudig und neugierig, hat sich die Frisur auch gleich zugelegt. Sie fand: Super, passt, hat Luft. Nur, jeder, der eine jüngere Schwester hat, weiß, diese rufen: „Das will ich auch!“ Klaro, kann sie haben. Leider ist Provinzmadame bei ihr, die Frisur nicht so gut gelungen. Vielleicht ist sie deswegen manchmal noch so giftig zu ihr?

Die Krönung: Tapezieren

Viele kennen das, Tapete veraltet, die Wände müssten gestrichen werden oder sonst was und der Mann winkt ab, mit: „Werd ich schon machen, sudert net“ – Provinzmadame dauerte aber das „mal“ zu lang! Ergo, Spätschicht, sie auf die Leiter und die vorgekleisterten Tapeten vom Küchentisch an die Wand.
Bei „Selfmade Man“ im ORF sah das aber leichter aus.
Blut hat Frau Gertrude geschwitzt, beim „Schalter“ ausschneiden, Fenster, Türkanten, mit dem Ergebnis: Eine Katastrophe. Der Kommentar ihrer versöhnten Schwägerin, Kopfschütteln:
„Wenn des da Karli siagt“
Um 13:00 Uhr hat sie begonnen und als um 22:00 Uhr die Tür aufging, fiel dem I-Tipferlreider, selbstverständlich sofort der Pfusch beim Schalter auf. Egal, eine Woche später war der Tapezierer da 😉
*Geschenk fürs Baby


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