Denken und Tun sind zwei paar Schuh

Denken und Tun sind zwei paar Schuh

Kurz vorm Fünfziger saß ich mit Freunden bei Tisch und auf dem, die Europakarte. Ich zog mit dem Kuli einen Strich, quer von Zuhause bis Santiago de Compostela: „Von hier aus geh ich den Jakobsweg“. Ein Shitstorm folgte: „Das geht nicht, da müsstest du doch durchs Meer„- kam vom Baumeister: „Das schaffst du nicht in sechs Wochen“– kam vom Nachbarn. „Da musst du ja übers Gebirg“ – Leitln, des is mir einfach in den Sinn gekommen. Ich wollte „Zum Runden“ halt was Aussergewöhnliches machen und erleben.

Mehr als zehn Jahre her

In der Zwischenzeit hatte ich viele „effektive Ideen“. Denn, wenns „viele“ tun, will ich´s nicht mehr. Eventuell einen Teil der Tour de France? „Meine Tour des Lebens“ machen, wie Lance Armstrong. Hab ich, ich hab mich scheiden lassen und das mit Fünfzig! In der Mitte des Lebens diesen Schritt gewagt. Vom Alltag herauskatapultiert, könnte man es mit „Krebs“ vergleichen. Überleben zählt, denn nur die Harten kommen durch.

Feuerlauf oder Marathon? Abgehakt!

Sie sollten stellvertetend für einen großen Schritt sein, wie für viele, die an Veränderung denken. Einen Neustart wagen, trotz Wissen, dass beieiner Trennung die Rente klein sein wird und man damit auskommen muss. Eine kleine Wohnung, kein Haus mit Garten mehr besitzen wird. Da laufen dann doch einige lieber jährlich 42,195 Kilometer. Tja, die sind zwar nicht leicht zu schaffen, aber man läuft auf Nummer sicher. Man sollte nur auf Unvorhergesehenes gefasst sein und nicht auf Freunde zählen. Sie haben meist Angst, selber plötzlich am „Abstellgleis“ zu stehen.

Eine neue Freiheit?

Freiheit, was ist das? Frei von persönlichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen? Das war nicht der Grund. Für mich soll es in der Beziehung „Gemeinsamkeiten“ geben, über die „Kinder“ hinaus andauern. Der Mensch entwickelt sich weiter und im Idealfall, beide Partner, fürs gleiche Ziel.
Gerade jetzt, will eine andere diesen Schritt wagen. Sie hat Glück, ihre Eltern buttern zu, damit „Frau“, ihren Lebensstandard halten kann.

2 Antworten zu “Denken und Tun sind zwei paar Schuh”

  1. Ich hab mit fünfzig eine zweijährige Zusatzausbildung begonnen, und bin sehr glücklich, dass ich es tue, auch wenn manch einer stirnrunzelnd auf mich schaut und sagt: lohnt sich das denn? Du gehst doch eh bald in Rente. Und andere sagen mir, dass sie es bewundernswert finden, dass ich mich traue. So denkt jeder anders und mit fünfzig oder sechszig oder auch siebzig kann doch immer noch was Passieren.

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