Berlin und die Gurkenschmuggler

Die Welt ist kleiner geworden, wie sonst kann es sein, dass man Berlin schon in einer Flugstunde erreichen kann. Eine Stadt, die jeder mal sehen sollte und erkennen: Wenn man „groß“ denkt, kann nur was Großes rauskommen. Im Salzkammergut aufgewachsen und erst in der zweiten Lebenshälfte Großstadtluft geschnuppert, bin ich perplex. Kleine Frau: Ganz groß und Berlin, ganz easy. Der Reichstag mit der „Stadt drumherum“, Wahnsinn. Die Glaskugel erinnert mich an „Total Recall“.

Naiv, stehn wir vorm „Eintrittshüttchen“

Aus einem Ländchen stammend, wo jeder, überall und jederzeit reinkommt. Eine kleine Menschenlücke und mein Partner drängt mich in diese rein. Super, jetzt sind wir die Dritten in der Schlange. Hm, denkste: Ausweis, Karte und Anmeldung mindestens vierzehn Tage vorher, um einen Personality Check machen zu lassen. Tja, das war´s mit Kuppelschnuppern. Okay, dann ab ins KADEWE! Darunter hab ich mir auch was anderes vorgestellt. Kleindenkerin, ich, das Flair hat was von Modemesse, DIOR, MONCLAIR, VERSACE. Hier präsentieren sich Mode-Ikonen in „Boxen“ – lauter unerschwingliches Zeugs, für mich. Meine Augen erblicken eine rote Jacke, über der das Schild: „SALE“ hängt. Reduziert noch schlappe 1.097,00. Euronen. Wurscht, Hunger und Durscht, also rauf, zur KADEWE taratata, der SECHSTEN: Dem Gourmettempel!

Adlon, Hard Rock, Fernsehturm usw.

Im Adlon, logisch, wenn man schon mal in Berlin ist. Zwanglos einen Drink oder Snack einnehmen, denn das muss gefeiert werden mit: Schampus! Bei allen „Sehenswürdigkeiten“ Wartezeiten von bis zwei Stunden usus, nix für Ungeduldige. Für Madame Toussauds hab ich online VIP Tickets besorgt, super, keine Wartezeit. Abends im Cafe Reinhardt gemütlich ein Glas Wein schlürfend, „kannste och 32,- Euro berappen“. Es gibts ja nur 0,2 in Berlin, also fast „a Vierterl“. Dann, so ein Glück, rattert eine Weihnachstmänner-Kolonne auf ihren beleuchteten Harleys vorbei. Wir waren so perplex, dass es für ein Foto leider zu spät war.
Schau auf Youtube. https://www.youtube.com/watch?v=MFzvPdBaiQo

Ampelmann & Co

Die wichtigsten Eckdaten abgehakt, standen nur noch „Andenken für Alle“ auf der Liste. Vorher nie was von Ampelmann und Spreegurke gehört, wurde eingesackelt was ins Handgepäck passte. Vor der Abreise noch einen Abstecher in die „Classic Remise“ zum Frühstücksbrunch am Sonntag. Weit ausserhalb, gehts mit dem Taxi hin. Angekommen, keiner da, kurz überlegen, Taxi warten lassen? Doch, wir vertrauen dem Tipp eines Freundes. Die Tore des „Schuppens waren offen, lauter „Schlitten“, Oldies wie Neuzeit. Das WOW vorm zweiten La Ferrari, war gleich nochmal größer, als meine Begleitung, wie immer zum fünfzigtausendsten Mal am Tag, sich an den Arsch fasste: Das Xs sitzt nicht!

Das Ende vom schönen Abstecher

Er hatte das iPhone beim Zahlen auf dem Autodach vom Taxi liegenlassen. Meterweise die Straße retour gegangen und abgesucht. Menschenleer, windig, Gedankenchaos: des pickt sicher, hat ja eine Silikonhülle, vielleicht schon einer drüber gfahrn, so ah Schas, dann a Flüchtlingsplakat, da wird se ana gfrein oder a anderer. Was damma? Notruf 133!
Haha, funktioniert net, doch dann, ein Polizeiauto: Der Freund und Helfer hat einen faden Grinser im Gsicht: „Hams ihnen die Nummer vom Taxi gmerkt?“„Habens die Nummer vom Hotel?“ Naaa! Freundlicherweise suchen sie die Nummer der Taxizentrale raus. Zum Abschied noch tröstende, nicht selber dran glaubende Worte: „Wenns der Taxler findet, kriegens des wahrscheinlich wieder“.

Das Taxi Nummer 4, is in zwei Minuten hier

Jegliche Hoffnung und Vorfreude, weg. Mir frierts die Hände fast ab. Anrufen, anrufen, anrufen, mindestens fünfzehn mal. Zum letzten Mal die Taxizentrale. Da! Anruf in Abwesenheit, ich ruf zurück: Da Taxler! Jemand hat ihm aufs Autodach geklopft, weil da Oben ein Handy läutet. Tja, nix gegen die Berliner. Aufatmen und entspannt zum Flughafen. Vollgepfercht mit Spreegurken und Ampelmännern stehn wir vor der Kontrolle. Im „Röntgen“ sehen wir selber alle Dosen. Schwitz, jetzt ist Schluss mit lustig, aber der Sicherheitsmann schaut uns an und zwinkert: „Ahh die Gurkenschmuggler“ – einen guten Flug Nachhause.
Für unseren Sonntagsstammtisch hatten wir achtzehn Dosen im Schlepptau.


Veröffentlicht von bewegend-begeistern am Attersee

Senioren Dolce Vita oder glücklicher als Gott Lebensfreude und Lebenslust, gemischt mit humorvoller und optimistischer Selbstironie. Humor, ist für mich das Salz in der Suppe des Lebens. Dazulernen, neue Erfahrungen machen und Stillstand vermeiden, so bleibt man auf der Herzspur. Denn Leben, findet auch noch ab Fünfzig statt und endet, definitiv nicht mit Sechzig. Als Mutter, Er-Lebenstrainerin, Animateurin und Wanderführerin, lebe ich am schönsten Fleck im Salzkammergut. Schreibe über Bewegungen und Begeisterungen im Leben und last but not least, die Liebe ab Fünfzig. Kann über den Tellerrand hinaus schauen und freue mich, sollte ich viele motivieren – animieren und aktivieren, ergo, bewegend-begeistern können.

2 Kommentare zu „Berlin und die Gurkenschmuggler

  1. Berlin ist echt der Hammer! Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich der KaDeWe überfordert hat und meine Kinder – damals noch wirklich Kinder – waren völlig fertig.
    Die Geschichte mit dem Handy ist ja unglaublich. Sonst hättest du mit deinen Spreewaldgurken telefonieren müssen 😉
    Liebe Grüße Sabienes

    Gefällt 1 Person

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