Berlin und die Gurkenschmuggler

Die Welt wird immer kleiner, wie sonst kann es sein, das man Berlin, schon in einer Flugstunde erreichen kann. Berlin, eine Stadt die jeder gesehen haben sollte, um zu erkennen: Wenn man „groß“ denkt, kann nur was Großes raus kommen. In Attersee Nähe aufgewachsen und erst ab der zweiten Lebenshälfte, Großstadtluft geschnuppert, bin ich immer wieder perplex.

Brandenburger Tor Pixabay

Kleine Frau, ganz groß

Berlin, ganz easy, unkompliziert und soooo groß. Der Reichstag mit seiner „Stadt drumherum“, Wahnsinn. Die Glaskugel, erinnert mich sofort an „Total Recall“, da sinds auf dem Mars, auch unter so einer Kuppel gangen. Naiv, aus einem Ländchen, wo jeder, überall, zu jederzeit, hinkommt, wann er will, stehn wir hier vorm „Eintrittshüttchen“ und drängen uns vor. Super, gleich die Dritten in der Schlange. Denkste: Karte, Ausweis, Anmeldung, eine Woche vorher Personality Check machen lassen, dann erst rein.
Ja, das war´s mit Kuppelschnuppern.

Rund um den Reichstag

KADEWE muss sein

Darunter hab ich mir was anderes vorgestellt, so wie, Shoppen wie im Einkaufszentrum. Kleindenkerin, ich. Das Flair, hat eher was von einer Modemesse. DIOR, MONCLAIR, VERSACE und weitere Mode-Ikonen, präsentieren sich in „Boxen“ – unerschwingliches Zeugs für mich. Die rote Jacke, über der das Schild: „SALE“ hing, kostete reduziert, schlappe EUR  1.097, 00. Nix geht mehr. Wurscht, Hunger und rauf, tara taratatatata, zur KADEWE der  SECHSTEN: Ein Gourmettempel!

KADEWE Eingangsbereich

Adlon, Hard Rock, Fernsehturm usw.

Im Adlon kann man ganz zwanglos einen kleinen Umtrunk oder Snack einnehmen. Das muss gefeiert werden: Ein Glas Schampus bitte 🙂 Bei allen anderen „Sehenswürdigkeiten“ sind Wartezeiten von bis zu zwei Stunden usus. Nix für Ungeduldige. Fürs Madame Toussauds hab ich daheim schon VIP Tickets besorgt, da kommt man gleich rein. Am Abend, im Cafe Reinhardt, gemütlich ein Gläschen Wein schlürfend, (gibts nur 0,2 wie überall in Berlin, also fast „a Vierterl – „kannste och EUR 32,00 berappen“) rattert eine Kolonne von Weihnachstmännern auf ihren beleuchteten Harleys vorbei. Wir waren so perplex, das für ein Foto schon zu spät war. Schaun auf Youtube. https://www.youtube.com/watch?v=MFzvPdBaiQo

Schneemann am Kudamm
Yoda und ich

Ampelmann & Co

Nachdem wir unserer Wichtigsten Eckdaten abhaken konnten, stand „Andenken für Alle“ noch auf der Liste. Vorher nie was von Ampelmann und Spreegurke gehört, wurde eingesackelt, was noch ins Handgepäck passte. Bevors retour ging, noch einen kleinen Abstecher in die „Classic Remise“ zum Frühstücksbrunch am Sonntag. Ziemlich ausserhalb gelegen, gehts mit dem Taxi hin. Angekommen, fast keiner da, kurz überlegen, Taxi warten lassen? Doch, wir vertrauen dem Tipp eines Freundes. Die Tore des „Schuppens waren offen, lauter „Schlitten“, Oldies wie Neuzeit. Das WOW vorm zweiten La Ferrari, war gleich noch größer, als meine Begleitung, wie immer fünfzigtausendmal am Tag, sich an den Arsch fasste:
Das Xs sitzt nicht!!!!!!

Schock in Berlin

Letzte Rettung

Das könnte das Ende, von einem schönen Abstecher gewesen sein. Das
iPhone beim bezahlen, auf dem Autodach liegen lassen. Meterweise, die Straße retour gegangen. Menschenleer, windig, Gedankenchaos: des pickt, hat ja eine Silikonhülle, vielleicht schon einer drüber gfahrn, so ah Schas, dann noch a Flüchtlingplakat, da wird se ana gfrein, oder a anderer. Also, was damma. Meine Idee: Notruf 133! Haha, funktioniert natürlich net. Doch dann, a Polizeiauto: Dein Freund und Helfer, mit einem faden Grinser im Gsicht, fragend: „Hams ihnen die Nummer vom Taxi gmerkt? No Na! Hams die Nummer vom Hotel? Naaa!!!! Freundlicherweise suchen sie uns die Nummer von der Taxizentrale raus. Zum Abschied, die tröstenden, vielleicht nicht selber daran glaubenden Worte: “ Wenn er´s findet, kriegens des wahrscheinlich eh wieder“.

Spreewaldgurke

Das Taxi Nummer 4, is in zwei Minuten hier

Jegliche Hoffnung, Vorfreude, is weg. Mir frierts meine Hände schon ab. Anrufen, anrufen, anrufen, mindestens fünfzehn mal. Dann, wird von meinem Handy, die Taxizentrale angerufen, hmm schau ma mal. Da! Ah Anruf in Abwesenheit, i ruf zurück: Da Taxler, da Taxler! Jemand hat ihm aufs Dach geklopft, weil da ein Handy läutet. Tja, nix gegn de Berliner. Aufatmen und gemütlich zum Flughafen. Vollgepfercht, mit Spreegurken und Ampelmännern, stehn wir vor der Kontrolle. Da sehn wir im Röntgen alle Dosen. Schwitz, jetzt ist Schluss mit lustig, der Sicherheitsmann schaut uns an:
„Ahh, da sinds ja die Gurkenschmuggler“ – zwinkert und wünscht uns einen guten Flug 😉
PS: Meine Begleitung hatte zehn Dosen und ich fünf 🙂

Gurkenschmuggel
Kleines Helles an der Apothekenbar im KADEWE
Berliner Kanaldeckel
Berliner Ampelmännchen


2 Gedanken zu “Berlin und die Gurkenschmuggler

  1. Berlin ist echt der Hammer! Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich der KaDeWe überfordert hat und meine Kinder – damals noch wirklich Kinder – waren völlig fertig.
    Die Geschichte mit dem Handy ist ja unglaublich. Sonst hättest du mit deinen Spreewaldgurken telefonieren müssen 😉
    Liebe Grüße Sabienes

    Gefällt 1 Person

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