Ich Flöge gern – Teil 4

Schwanger! Erst Schockstarre, dann Freude 🙂 Endlich ist die Welt in Ordnung, vorerst. Karenz dauert net ewig, irgendwann will man wieder eigenes Geld. Anerkennung für das, was man macht. Kindererziehung und Haushalt gilt bei uns als Ehrenamt und falls es in der Familie einen Pflegefall gibt, hat der ohne Ausbildung, die Arschkarte. Früher ham de Bauern extra, an Dodl mitn Schnapsfoppa aufgezogen.

Raus aus dem Haus und rein in den Haushalt

Mittlerweile hab ich richtig gut gekocht und auch der Haushalt war in Schuss. Nur mein Geld war knapp, immer. Deswegen sah ich auch jede Woche vor Ultimo den erhobenen Zeigefinger: „Du bist eine Geldvernichtungsmaschine, spare, hast ja Zeit dazu!“ Nenene – so nicht. Eine damalige Freundin meinte, komm doch zu uns, wir bräuchten, Nona, ein Hausmädchen. Ihre Eltern hatten ein Lebensmittelgeschäft, sie noch drei Geschwister, davon zwei finanzielle Rohrkrepierer. OK, ich beiß in den sauren Apfel, Hauptsache wieder eigenes Geld.

Was steht auf dem Grab einer Putzfrau: „Sie kehrt nie wieder“

Frau putzt, Mann sauft

Auf Dauer, nicht gut. Wieder mal liegen die Nerven bei mir blank. 4 Kinderzimmer, 1 Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche: Täglich putzen! Um 8:00 Uhr das Kind, fast schlafend im Kindersitz am Rad, in den Kindergarten. Bis 12.00 Uhr „Haushalten“ wobei die Küch meistens geschlossen war, weil die Dame des Hauses betonte: „Sie brauchen nichts kochen, wir Diäteln“. Ausser Kompott vom zerdepschten Obst, für gefühlte 20 Personen, war essenstechnisch nix zu machen. Jeden Abend stand ein Einkaufskorb mit Fressalien in jedem Kinderzimmer. Plus eine Family Packung Eskimo für „jeden“! Ernährungsberater würden ausflippen. Chaos, weil ich nicht weiß… AUS AUS AUS Aussprache, Ergebnis: Wieddaschaauun

Herr, schick mir endlich an gscheiten Job

Vom Regen in die Traufe

Weh, Du machst dir als Haushälterin einen Namen. Da sprudeln die Angebote nur so rein. Zum Putzen bin ich aber nicht geboren! Doch wenn man nix gscheits glernt hat, muss man reinbeissen. Der nächste Job: Pädagogenhaushalt mit zwei Kindern. So eingeteilt das die Kleinen immer bei mir waren. Um sie mir ein bisserl vom Hals zu halten, damit die Küche wenigstens bis zum Abend sauber bleibt, hab ich ihnen den „Zutritt“ verboten. Diese Petzen!

So gut ich konnte

Hab ichs hingekriegt, war ja allerhand zu tun. Freitags putze ich mal die Schuhe des Direktors und imprägnierte sie im Flur. Als ich Montags zur Arbeit kam, war Frau Lehrerin ausser sich: „Bitte Frau Staufer, nicht mehr so viel wischen im Flur, es war so glatt, dass meinem Mann am Freitag die Beine ausgrissen hat“ – a scho wurscht, mi hats eh nimma gfreit, die ewige Putzarei.

Drum prüfe, ob sich nicht was Bessres finde

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