Mein Kleiderschrank – ein Gemütszustand?

Oh Schreck! Mein Blick in den Schrank lässt Überfluss erkennen. Gefühle im Überfluss wär mir lieber. Wie Fotos im Album, nehme ich mir den Kasten vor, um in die Tiefe zu gehen. Was erzählt mir das kleine Schwarze? Warum hängt der seidige Cardigan überhaupt noch drin? Wann hab ich das letzte Mal die gelbe Bluse getragen?

Mein dickes Fell

Meine Schutzschicht, der Webpelz?

Den trage ich halt für mein Leben gerne, wenns kalt ist, wenn ich mich nicht wohlfühl und wenn ich eigentlich, am liebsten kuscheln will. Wenn ich in Aufbruchstimmung bin, die Leichtigkeit des „Seins“ in vollen Zügen geniessen möchte, da sagt mein Kleiderschrank: Nimm doch wieder mal die Bluse mit den Federärmeln. Sie sind weit, geben mir das Gefühl noch immer fliegen zu können. Oder die Kombi aus dem letzten Urlaub, die gleich Bacardi Feeling auf den Tagesplan ruft.

Schwarzes Kleid mit gelber Stola

Trauerkleidung ist bei mir nicht Schwarz

Wenn ich traurig bin, trage ich weiche Sachen, solche die meine Seele und meinen Körper gleichzeitig wärmen. Wenn mich mal der Blues so richtig packt, geh ich normal nur aus dem Haus, wenn ich muss. Dann wirds schwierig mit der Garderobe. Doch auch dafür gibt es „Seelenkleider“ und die zieh ich an, wenn ich meine Stimmung verstärken oder unterstützen will. Vieles aus diesem Buch, hat meine instinktive Kleiderwahl bestätigt.
„Deine Seele bittet zum Gespräch“ von Ursula Draut
Hand in Hand mit mir selbst

Mein persönliches Seelenkleid

Das kleine Schwarze, wenn ich seriös rüber kommen will? Die Jeans, wenns mir wurscht ist, was andere denken? Die Farbe Weiß, wenn ich einen Neuanfang plane und Gelb wenn ich unwiderstehlich wirken will? Alle Farben und Materialien wähle ich, nach Wetter und Laune, selten um zu beieindrucken. Ist so ein Tag, der nach Kuschelkleidung verlangt, ist das bei mir, im Sommer Seide und im Winter Ziege.

Ist Ziege – määähhhh

Pump it up – Upper-Moments

Gestern war ich wieder mal in Stimmung, nein, nicht nur ich, eigentlich alle um mich herum. Direkt beim See, auf der „Römer-Sitz-Platz-Gelegenheit“- den Spritzwein in der Hand, Musik im Hintergrund, wartend auf den Supermond. Melodien die Laune machen und zum mitsingen anregen. Mit dabei natürlich: „Coooordula grüün“

Ich keinen Gardasee

Noch dazu, wenn neben der Schirmbar ein kleiner „Pop Up-Store“ abgehalten wird, Modenschau inklusive. Selbstverständlich hab ich zugeschlagen! Weiß, weiß, weiß, sind alle meine Kleider. Wo und wann ich das anzieh, ist eine andere Sache. Zur Zeit hab ich eher das Problem, was ich wann auszieh. Ich stehe zu meinem Alter, aber nicht zu meinen Oberarmen! Da renn ich oft verzweifelt, nah am Hitzetod, in der Gegend rum. Nein, ich zieh das Jackerl nicht aus!

Wenn ich mal siebzig bin

Ja dann, dann geh ich ungeniert im Top flanieren. Vorher nochmal den Schrank durchchecken, ob eh keine Leichen mehr drin sind und die Penner dann entsorgen. Ab und zu probier ich ja noch mal einen Teil. „Der Herr gebs mir im Schlaf“ – NEIN – das geht nicht mehr. Warum tu ichs nicht weg? Weil ich mir denk, im Finstern gehts ja noch. Eine Freundin von mir, auch nicht rigoroser, hat zusätzlich einen Schrank, voll mit Klamotten, in denen sie tausendprozentig nie mehr reinpasst. Sie sagt: „Die sind so wunderschön, das kriegst du hier nirgendwo, auch wenn ich es nicht mehr tragen kann, dann sollns mir´s drauflegen, wenn ich im Sarg lieg.“

Upper Moments zählen

Ich überdenke wieder mal meine Einstellung und komme zu dem Schluss:
„Selbst Kleider aus guten Perioden des Lebens sollten nicht verwahrt werden, denn man soll nicht in altes Glück zurückkriechen. Es ist Kraftvergeudung, alte Kleider zu tragen, sich mit seinen eigenen Leichenteilen zu bedecken.“
Prentice Mulford (1834 – 1891), US-amerikanischer Journalist, Erzieher, Goldgräber und Warenhausbesitzer
HILFE – I SCHMEISS OIS WEG; AUSSER DES, WAS I GESTERN KAUFT HAB!