Und alles wirft mich aus der Bahn

So schnell kanns gehn, kurz mal einen „Knall“ und eine Operation beim „Ziehhund“. Bandscheibenvorfall am Halswirbel. Alles kommt wieder hoch. Die Sorgen um die Kinder, die man hatte als sie klein und krank waren. Stiege rauf und runter tragen. Medizin einflößen. Schaun, das sie im Bettchen bleiben und hoffen, dass sie diesmal eine Nacht durchschlafen.

Was man sich da alles einfalln lässt

Wie kann man einen lebhaften Hund ans Bett fesseln? Aufpassen das er nicht springen kann und soll! Gottseidank hilft da die Hundebox und der „Patient“ hat nix dagegen. Er will eh noch seine Ruhe. Beim Abholen am späten Nachmittag vom Tierarzt, hat die Narkose samt Schmerzmittel noch gewirkt. Doch was mach ich zum Schlafen gehen? Der verwöhnte Vierbeiner darf ins Bett. Erst mal die Box neben das Bett und dann weiter sehn.

Gut funktioniert: Von 22:00 – 00:00 Uhr

Da kratzt er schon ans Netz. Was kann man gegen „Mutterliebe“ schon tun. Aber was mach ich, damit er mir im Schalf nicht aus dem Bett hüpft? Ahhh, Brustgeschirr anlegen und die Leine um die Hand wickeln. Das hätte mir bei meinem Verflossenen auch einfalln solln. Die Nacht ist wirklich gut verlaufen und wir haben „Beide“ relativ gut geschlafen, wenn da nicht der „Dritte“ wär.

Leon, die Nervensäge

Ansonsten die Rolle des Charmingboys, ist er jetzt ein Störenfried. Dauernd will er an ihm rumschnüffeln. Und das was mich am meisten nervt: Er will auch ins Bett! Mit Zwein? Das geht ganz und gar nicht! Mit endlosem BSCHT und geh Platz, hat er dann doch mal Ruhe geben. Ich versteh ja, das diese Situation für ihn unverständlich ist, aber wenn ich sage „AUS“ dann heißt das aus und Leon ist unter meine Decke gschlüpft. Jetzt sollte ich doch mal an meinem Durchhaltevermögen und meiner Konsequenz arbeiten. Für alle die sich übers „Bett“ mokkieren: Sind eh nur Chihuahuas und ich weiß: „Hunde gehören nicht ins Bett“ – das Gegenteil beweisen aber, Frauen mit notorischen Fremdgängern.

Maunchmoi denk i nu an di

Na, stimmt net: Immer, täglich, in jeder Situation, wo ich überlege, was Du davon halten könntest. Du warst der einzige Mensch in meinem Leben, der nichts, aber auch gar nichts an mir kritisierte. Wenn ich so überlege, hast Du nie jemanden beanstandet. Ich glaube, das ist ein „Makel“ unserer Zeit. In ganz jungen Jahren, mit vierzehn, hast Du deine Heimat, wegen der Sturheit deiner Großmutter verlassen müssen. Der Film „Verlorene Heimat“ entlockte Dir nur ein trauriges:“Genau so war es“

Dolomiten

Allein, allein – allein, allein

So musst Du Dich des öfteren gefühlt haben. Mit grade mal fünfzehn, das „Pflichtjahr“ im Brauereigasthof Zipf absolviert, wieder in eine fremde Stadt: Schwanenstadt. Großmutter und Mutter plötzlich verstorben, Jung und allein. Jeder heutzutage würde verstehn, das man sich nichts sehnlichster wünscht, als im Arm gehalten und geliebt zu werden. Du hast einen gefunden. Einen der keine „guten“ Absichten hatte und Dir einen Nachgeschmack, mit Namen hinterließ. Unseren Halbbruder

3 Mädchen und 3 Jungen

Hast Du großgezogen. Unser Vater, überfordert mit der großen Familie, hinterließ mit grade mal 44 Jahren, eine junge Mutter mit sechs Kindern. Ich war damals zehn Jahre alt. Uns fehlte es an NICHTs, denn endlich war es still. Unser Vater war ein Choleriker und wir wünschten uns alle immer nur eins: RUHE! Du hast uns „durchgebracht“ – geputzt, gekocht und das auch ausser Haus. Grade gings ein wenig bergauf, traf Dich der schwerste Schicksalsschlag: Unser Bruder Max verunglückte mit 21 Jahren. Es brach Dir das Herz und du hast dich nie wieder richtig erholt.

Friedhofstür

Schluss, Amen, Aus

Doch, Du hattest dann noch, endlich ein paar gute Jahre. Wenige, aber mit einer Familie mit Zusammenhalt. Das Schicksal lies Dir nicht lange Luft. Schlaganfall! Du warst schon Oma und Uroma. Ich lebte nicht mehr im selben Ort, doch Sonntag war „unser“ Tag. Ich holte Dich ab und die ganze Familie traf sich beim „Hertzigratzerl“. Ich spürte schon, das es Dir nicht mehr so gut ging. Jedes mal. wenn ich Dich nach Hause brachte, nahm ich mir vor, heut nehm ich mir die Zeit, nimm Dich in den Arm und sage: „Ich hab Dich so lieb“

Heb ab

Nur wegen dem Auto

Ja, nur wegen dem Auto! Ich musste es vorm Haus abstellen. Eine schmale Straße, kein Parken erlaubte. Ich hatte jedes mal Angst „es fährt einer hinten auf“ und bekomme hinterher eine Standpauke vom Ehegemahl. Ja, noch heute seh ich Dich die Türe zu machen. Wir sahen uns an und ich konnte es nicht sagen, ich hatte Angst Du regst dich auf und du hättest dich aufgeregt. Wir hätten geweint, weil wir beide gespürt haben, das es das Letzte mal ist. Ich wollte aber nicht das Du dich augfregst. Ich wollte Dich noch länger, öfter, immer wieder abholen, am Sonntag, zum Familientreff. Lustige und manchmal auch traurige Treffen. Ich bin froh, das wir Dich immer spüren haben lassen, wie wertvoll Du für uns bist und wie sehr wir dich geliebt haben.

Schwanenmutter