Don´t hurt my little Sister

Ich, als Sandwichkind, die Mittlere von drei Töchtern und Vorletzte, von drei Mädchen und drei Jungen. In dieser Konstellation, sollte ich laut Statistik, anderen, viel voraus haben. Hm, was? Nach oben buckeln und unten treten? Gut, mein Bruder, damals 13, hat mir das Spiel „Muskel-reim“ gezeigt. Ich, damals 10, hab dabei geschrien, „ich geb auf, ich geb auf!“ Für die, die es nicht kennen. Einer, also ich, liegt auf dem Rücken, der andere, mein Bruder, sitzt im Reitersitz, auf mir und massiert mit den Knien, meine wuzikleinen Bizeps. AUAAAAAAAAAAAAAA!!
Der andere Bruder, hat mich mal nach Wien schaun* lassen.
Daher vielleicht, meine frührere Abneigung, gegen die Landeshauptstadt.

Alles weiter geben?

Meine kleine Schwester, damals 3, hab ich, damals 5, so nicht traktiert. Zwar a bisserl teuflisch, aber ich hab ihr nicht weh getan. Sie hatte panische Angst vor Blut und konnte daher auch keins sehen. Wenn wir draussen spielten, und sie beim Laufen mal hingefallen ist, hab ich gleich laut geschrien, mit dem Finger auf die Knie gezeigt:“Maahhh, du bliatst“

Ich mit fünf Jahren

Lisi, Kopf in die Höh

Augen zu, Sirene an und zu Mammas Schoß geflüchtet. Als sie im Fasching mal als „Negerlein“ verkleidet wurde, hat ihr Mamma das Gesicht mit Schuhcreme geschwärzt und wahnsinnig große rote Lippen gemalt. Das sie sich im Spiegel anschaun konnte, stellte sie die Kleine davor. Alter, Falter! Den Mund hats aufgrissen und die Lippen nimma zsamm bracht. Mit offenen Mund, wurde sie in den Kindergarten gebracht. Dort durfte sie bei keinem Spiegel mehr vorbeikommen, weil sie dann an Schreikrampf kriegt hat.
Aber, ich hatte den Taschenspiegel meiner Mamma dabei 😉

Und heute?

Hm, mein Bruder, der „Muskelreiber“, auch er ein „Sandwich“, will zwar immer noch gewinnen, aber er verursacht keine Schmerzen mehr. Er will nur immer Erster sein, wie alle Männer, ob beim Autofahren, mit dem Bike oder beim Wandern. Meine jüngere Schwester, weint zwar nicht mehr, wenn sie Blut sieht und im Fasching schminkt sie sich selber so stark, das die Tür nimma zugeht. Alles in allem haben wir ein „gsundes“ Verhältnis unter Geschwistern.

Hat Sandwich Vorteile?

Auf alle Fälle: Ich kann was „aushalten“ und mich leichter, mit etwas „abfinden“. Wenn man bedenkt, das ich zur Erstkommunion meiner kleinen Schwester, die schwarzen Schuhe, meines älteren Bruders anziehn musste. Auch die Frisur hamms mir a la „Beck Karli“ verpasst. Er war eigentlich Maler. So wie früher der Hausarzt, mit der Spritze in der Tasche, von Tür zu Tür gegangen ist, ist da Karli mit sein Rasierer um die Häuser zogen. Mir graut heute noch:
Weißes Etuikleidchen, weiße Strumpfhose und die „ausglatschten“ Erstkommunionschuhe meines Bruders. Ein Skandal!!!
Aber, nur die Härteren kommen durch und was mich nicht umbringt, macht mich stärker 😉
*Frage: „Magst nach Wien schaun“ – Kopf des Kindes zwischen die Hände nehmen, und in die Luft heben. AUAAAAA!

50 Shades plus eight

Bei mir zählt schon lange nicht mehr das Gestern. Lieber, das noch genug Leben Platz hat. Keine Gedanken über ein „danach“, weil den Tod sowieso noch keiner überlebt hat 😉 Als meine Schwester, samt Ehemann, ins Pflegeheim kam, hatten wir Geschwister die undankbare Aufgabe, die Wohnung auszuräumen. Entscheiden, was bleibt, was muss weg und sich währenddessen fragen, ob man den Menschen, die Schwester wirklich gekannt hat. 064

Woran willst Du dich erinnern?

Woran hängt jemand sein Herz? Ist das Gebiss der verstorbenen Mutter Teil einer Erinnerung, die man nicht missen will? Das  schätzen von Dingen, äussert sich bei manchen Menschen wirklich merkwürdig. Kann man daraus schliessen, wie leicht oder schwer jemand loslassen kann? Ich hab schon viel weggeworfen, ich häng mein Herz an nichts, das ich nicht in zwei Sekunden fallen lassen kann. Darum achte ich jetzt schon, wenns mal so weit sein sollte, das meine Kindern, so wenig Arbeit wie möglich, mit meiner Hinterlassenschaft haben. Jedes Dokument wird gesichtet und geordnet, „Penner“ aus dem Schrank geworfen und die Wohnung geputzt. So weit bin ich schon, das hab ich vor Jahren gemacht, wenn ich zum Ende der Schwangerschaft dachte, es ist so weit oder Besuch kommt und jetzt denk ich an so was. Achja, und wohin mit den Delikaten Dingen? Was ich Dir zu sagen hätte

Altersbedingt?

Gedanken machen, wie ich meine Wohnung verlasse? Wo ich früher dachte, zieh dir geile Wäsche an, man weiß ja nie, denk ich jetzt: Soll der Sargtischler auch was davon haben. Ich bin kein grüblerischer Typ, doch in diesen Augenblicken, zeigt das Leben, wie schnell sich alles ändern kann. Darum noch zur Fußpflege, beim Friseur war ich erst und meine Dessous, wähle ich ab jetzt immer in Schwarz, dann passt´s zum Thema. Obwohl, soll ich am Gesichtsausdruck auch noch arbeiten?

Ein Mensch sieht ein, dass wer, der stirbt, den andern nur den Tag verdirbt.“ (Eugen Roth)

Hilfe – Tante Hilda kommt!

Der Supergau – die Schwester meiner Mutter. Aus Salzburg. Selber zwei Töchter und zwei Söhne. Hilda war so etwas wie, die „fleischgewordene“ Kontrolle. Wir waren sechs Kinder und meine Mutter, keinen Ordnungsfimmel, aber wenn die Tante aus Salzburg antanzte, wurde aufgeräumt was das Zeug hielt.

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Dabei kam sie nur

um die abgelegten Kleider meiner Cousinen abzuliefern. Wie ich das hasste! Meine kleine Schwester und ich, wieder ein halbes Jahr im Zwillingslook. Dann, das Gespött in der Schule, weil es „Secound Hand“ war. So schnell wie möglich, beschmutzen war unsre Devise. Die Klamotten waren aber nur der Nebeneffekt. Tante Hilda mokierte sich immer wieder über meinen Tierhaushalt. Mein Gott, zwei Meerschweinchen, zwei Goldhamster, einen Wellensittich, und wenn mein Sitznachbar in der Schule, einen Wurf schwarzer Mäuse hatte, konnte es sein, das ich davon, auch zwei mitgenommen habe.

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Gut, der Geruch

war nicht mehr so, aber in jedem Haushalt riechts anders. Unser „Wohngeruch“ war halt der von: nicht schon wieder ausgemistet Duft. Es wurde besser, als ich ins Teenageralter kam. Der Besuch, der alten Dame aus Salzburg, immer noch nicht.
Das trägt man in Salzburg nicht mehr.
Das sagt man in Salzburg nicht.
In so ein Cafe, geht man in Salzburg nicht.
Diese blöde Kuh, mit ihrem überspannten Wahn, uns zu zeigen, das wir, für sie zweitklassig waren, erzeugte bei mir schon früh Brechreiz.

Auch heute noch

hasse ich es, wenn manche meinen, weil man nicht ihren Lebensstil teilt, sich nicht in ihrer Gesellschaft, befinden sollte. Meine Tante lebt schon lange nicht mehr, aber es ärgert mich immer wieder, wie viele „Hildas“ sich unter uns befinden. Für mich zählt, wie kann ich mich mit dem Menschen ausstauschen. Haben wir etwas gemeinsames oder sind wir zu verschieden. Wenn nicht, ist Er oder Sie für mich nicht etwas, das gemieden werden sollte, wie der Teufel das Weihwasser, sondern ich respektiere, das er andersdenkend, anderer Herkunft und deshalb kein Idiot ist, nur weil er eine andere Wirklichkeit hat.
Wie klein ist das, was einer ist, wenn man´s mit seinem Dünkel mißt.
Wilhelm Busch

Heilig, heilig, heilig!

Hat die Schwiegermutter, meiner Schwester gerufen, wenn Gefahr im Verzug war. Ob´s immer geholfen hat, weiß nur der Herrgott. Wieder einmal Sonntags, war ich zu Besuch auf dem Sachl. Das ist ein kleiner Bauernhof, geeignet zur Selbstversorgung, aber nicht, um davon zu Leben. Mein Schwager, wahrscheinlich nach alter Dorfregel, wie immer, vom Frühschoppen, noch nicht daheim. Da hallt es durchs Stiegenhaus: „Heilig, heilig, heilig na – Liesi kumm!“
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a Kuah is ledig, a Kuah is ledig!!!

„Meine Schwester springt auf, und ich denk noch: „wird hoit „stiern“. Das bedeutet so viel wie „gampig“ oder „geil“ sein. Falsch! Losgrissen hat sich das Rindviech! Des is gfährlich, weil des bringt nur Unruhe in den Stall und dann werns alle deppert. Beherzt und entschlossen, ging ich mit in den Stall. Schau wo die Kuh steht, stell mich vor die Tränke, greif durch´s Gitter, zum Hals der Kuh und pack die Kette. Die Kuh steht da wie ein Bock. Ich zieh und zerr mit aller Kraft, da schreit die Schwiemu wieder: „Heilig, heilig, heilig, de herlt de, de herlt de!!!!!“
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Mit ihrem Geschrei, hat sie mich unsicher gemacht

„herln“ bedeutet: Achtung, die spießt dich auf. Da hab ich wieder loslassen. Gottseidank, kam grade jetzt mein Schwager retour. Mit viel Mutwasser intus, torkelt der zwei Meter Lackl herein in den Stall, gleich auf die Kuh zu und schreit: „Krucka, bleds Rindviech, eini do!“ Damit das Kommando mehr Nachdruck hat, gab s einen Klaps mit der flachen Hand, auf die Flanke. Und?
Die Kuh stampfte gemütlich auf ihren Platz zurück. Die Moral von der Geschichte: Lass Dich nicht gleich verunsichern, wenn jemand anderer, nicht so viel Mut hat wie Du. Beziehe aber trotzdem, die Lebenserfahrung der älteren Generation, immer mit ein 😉 Dann kann „heilig, heilig, heilig“, vielleicht doch helfen 😉

Sprenge Deine Grenzen
PS: Und sagt die Bäuerin, das scho wieder so viele wilde Ross auf da Woad san, meint sie Unkraut und keine Ackergäule 😉

Sex over fifty?

Meine Schwester, als Teenager, sehr klassisch, in einen Schulkollegen verliebt. Nix tragisches, a bissl schmusn und Handal halten. Der philosophierte gern, und sprach: „Fünfzig, so alt will i gar net werden, do kreut a ma eh nimma auf“. Mittlerweile ist er Ende Fünfzig, und ich würde gerne wissen, ob er damit schon ein Problem hat 😉
Als ich meinen Fünfziger feierte, frisch geschieden, dachte ich, jetzt is sowieso vorbei. Aber nix da: „Hoch das Bein, die Liebe weht“ 😉
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Ein Kurzurlaub in Kärnten

bescherte mir einen Adonis, einen Lottosexer, sozusagen. So ein Erlebnis pusht ungemein. Es sagt dir: „Du bist noch im „Spiel“. Man spürt förmlich die warme Aura, die einen, nach solch einem Abenteuer umgibt. Ich wußte es zu schätzen und dachte gleichzeitig: Wiederholung ausgeschlossen. Denn, auch das Auge isst mit. Tja, Fünfzig, da siehst Du mich nur noch eine Zeitschrift in der Ecke lesen. Bei Männer, meinte eine Nachbarin: „Da Fuffzga is a Schlog aufs Hosntiarl“. Aber, wie so oft im Leben, unverhofft kommt oft, danke Gott und genieße weiter.

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Doch nicht das letzte mal

„Immer wenn Du denkst, es wird nix mehr“ – Der Zufall oder doch Schicksal, gönnt mir einen „Fünfer mit Zusatzzahl“. Unorthodoxer Humor, charmant wie ein halber Meter Feldweg, und a bissl untergross. Seine Definition: „Im liegn is wurscht“. Auf das „Wesentliche“ reduziert, hat es schon ab und an, einen schalen Nachgeschmack, doch Intelligenz und Spaß überwiegen. Überhaupt, wieso soll ich mich zweimal strafen?
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Die Medien

feiern Frauen über fünfzig, als die neuen Vierziger. Retuschiert und im sanften Licht aufgenommen. Wenige machen am Platz der Realität eine „gute Figur“. Ich mach im Outfit auch noch eine gute Figur, doch der Sommer bringt es an den Tag. Wenn ich nackt vorm Spiegel steh, danke ich meiner Kurzsichtigkeit und freu mich des Lebens. Sex bei Tageslicht, hat sich selbstverstänlich auf ein Minimum reduziert ;-). Ich bin für Alles dankbar: fühlen, spüren, erleben, und immer noch die Leichtigkeit des Sein´s genießen.
Wenn´s wirklich mal das Letzte mal sein sollte, dann weiß ich:
Erfüllter Sex und Liebe, endet nicht mit einer Zahl.