Maunchmoi denk i nu an di

Na, stimmt net: Immer, täglich, in jeder Situation, wo ich überlege, was Du davon halten könntest. Du warst der einzige Mensch in meinem Leben, der nichts, aber auch gar nichts an mir kritisierte. Wenn ich so überlege, hast Du nie jemanden beanstandet. Ich glaube, das ist ein „Makel“ unserer Zeit. In ganz jungen Jahren, mit vierzehn, hast Du deine Heimat, wegen der Sturheit deiner Großmutter verlassen müssen. Der Film „Verlorene Heimat“ entlockte Dir nur ein trauriges:“Genau so war es“

Dolomiten

Allein, allein – allein, allein

So musst Du Dich des öfteren gefühlt haben. Mit grade mal fünfzehn, das „Pflichtjahr“ im Brauereigasthof Zipf absolviert, wieder in eine fremde Stadt: Schwanenstadt. Großmutter und Mutter plötzlich verstorben, Jung und allein. Jeder heutzutage würde verstehn, das man sich nichts sehnlichster wünscht, als im Arm gehalten und geliebt zu werden. Du hast einen gefunden. Einen der keine „guten“ Absichten hatte und Dir einen Nachgeschmack, mit Namen hinterließ. Unseren Halbbruder

3 Mädchen und 3 Jungen

Hast Du großgezogen. Unser Vater, überfordert mit der großen Familie, hinterließ mit grade mal 44 Jahren, eine junge Mutter mit sechs Kindern. Ich war damals zehn Jahre alt. Uns fehlte es an NICHTs, denn endlich war es still. Unser Vater war ein Choleriker und wir wünschten uns alle immer nur eins: RUHE! Du hast uns „durchgebracht“ – geputzt, gekocht und das auch ausser Haus. Grade gings ein wenig bergauf, traf Dich der schwerste Schicksalsschlag: Unser Bruder Max verunglückte mit 21 Jahren. Es brach Dir das Herz und du hast dich nie wieder richtig erholt.

Friedhofstür

Schluss, Amen, Aus

Doch, Du hattest dann noch, endlich ein paar gute Jahre. Wenige, aber mit einer Familie mit Zusammenhalt. Das Schicksal lies Dir nicht lange Luft. Schlaganfall! Du warst schon Oma und Uroma. Ich lebte nicht mehr im selben Ort, doch Sonntag war „unser“ Tag. Ich holte Dich ab und die ganze Familie traf sich beim „Hertzigratzerl“. Ich spürte schon, das es Dir nicht mehr so gut ging. Jedes mal. wenn ich Dich nach Hause brachte, nahm ich mir vor, heut nehm ich mir die Zeit, nimm Dich in den Arm und sage: „Ich hab Dich so lieb“

Heb ab

Nur wegen dem Auto

Ja, nur wegen dem Auto! Ich musste es vorm Haus abstellen. Eine schmale Straße, kein Parken erlaubte. Ich hatte jedes mal Angst „es fährt einer hinten auf“ und bekomme hinterher eine Standpauke vom Ehegemahl. Ja, noch heute seh ich Dich die Türe zu machen. Wir sahen uns an und ich konnte es nicht sagen, ich hatte Angst Du regst dich auf und du hättest dich aufgeregt. Wir hätten geweint, weil wir beide gespürt haben, das es das Letzte mal ist. Ich wollte aber nicht das Du dich augfregst. Ich wollte Dich noch länger, öfter, immer wieder abholen, am Sonntag, zum Familientreff. Lustige und manchmal auch traurige Treffen. Ich bin froh, das wir Dich immer spüren haben lassen, wie wertvoll Du für uns bist und wie sehr wir dich geliebt haben.

Schwanenmutter

Some broken Hearts

Charly Braun und Snoopy

Mit siebzehn hat man noch Träume und meint, die große Liebe wartet irgendwo auf einen. Jährchen später denkt man anders. Die guten Dopamine und Serotonine im Hirn machen, das wir fast nur das Gute bewahren. Nach dem Motto: „Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“, das „Schreckliche“ sollte nicht ins Langzeitgedächtnis. Nicht immer, aber immer öfter 😉 Schlimme, traumatische Erlebnisse, werden manchmal durch Amnesie ausgeblendet. Seitensprünge nie!!!!!! Anderes kann man bewusst „vergessen“, man beschäftigt sich einfach mit Dingen, die nicht im entferntesten mit dem „Problem“ zu tun haben.

Eine Liebe kann man nicht vergessen

SonnenuntergangI

Wozu sich das Leben schwer machen mit Dingen, die nicht zu ändern sind? Wie lange dauert Trauer und Liebeskummer? Ein Halbes, ganzes Jahr oder ein Leben lang? Ich hab eine Liebeskummer-Formel gefunden:
Der britische Autor Garth Sunden veröffentlichte diese These:
M – Monate = Anzahl der Monate, die man zusammen war
 Anmerkung von mir: Man vergesse die Gewohnheit nicht
L – Liebe: Wie sehr man den Partner geliebt hat
Auf einer Skala von 1 bis 10: 1 = sehr wenig; 10 = Liebe Ihres Lebens
 Anmerkung von mir: Anfangsstadium – Verliebtheit dazu zählen?
NW = Wie viele Nächte pro Woche haben Sie miteinander verbracht?
 Anmerkung von mir: Was, wenn man getrennt schläft?
K =Wie oft hatten Sie Kontakt in einer Woche?
Dazu zählen auch Kontakte zu Familienangehörigen des Partners
Meine Anmerkung: Zählt Facebook und Whats App auch?
E = Entscheidung – Nochmal die Skala von 1 – 10:
Von wem ging die Trennung aus ? 1 = vom Ex-Partner/in – 10 = Sie haben sich getrennt
Anmerkung von mir: Der, der geht, hat ja die Trennung, geistig schon lange vollzogen.
S = Wie groß ist Ihr Selbstwertgefühl nach der Trennung?
1 = Sie hassen sich; 10 = niemand kann Ihnen das Wasser reichen
Anmerkung von mir: Wenns aus is, is aus, Basta!

Logisch für mich die Formel von Dr. Gerti Senger:
Liebeskummer dauert so lange, so lange die „Liebe“ gedauert hat, nicht die Beziehung. Kummer und Trauer verlaufen in Schüben.
Wie ein Bumerang trifft sie einen, immer wieder mal.

Hab Sonne im Herzen 🙂