Sinnlose ZOF und WUB

Hermann Ebbinghaus musste 1885 in einem Selbstversuch, bei dem er sinnlose Silben wie „ZOF“ oder „WUB“ zu lernen versuchte, feststellen, dass er bereits nach ca. 20 Minuten etwa 40 % des Gelernten vergessen hatte, nach einer Stunde 45 % und nach einem Tag 66 %. Aus diesen Versuchen leitete er die Vergessenskurve ab. Das heisst praktisch: Das wir sinnloses oder bedeutungsloses gleich wieder vergessen. 21.185 Tagen und 15 Stunden ergeben mein bisheriges Leben. Laut Lebensrechner werden vielleicht noch ca. 7000 Tage dazu kommen. Wenig? Kommt drauf an, was ich noch reinpacken werde. Weil wenig mir zwenig is, geht´s mir ums motivieren und net ums demotivieren 🙂
Ich mit Zentimeter

Was will ich denn noch?

Eine Silberhochzeit wird sich nimma ausgehen und wie es grad ausschaut, ein Lebensabend im Adlon a net. Also, die rosarote Brille aufsetzen und mich nur mehr mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen. Wie kann so etwas gelingen? Da habe ich mal diese Seite besucht und Augen gemacht.
10 Dinge die mich schnell glücklich machen, AHA :o)
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1. Früh schlafen gehn?

Soll dazu führen, das man am nächsten Tag ausgeschlafen, weniger negative Gedanken hat. Der Schlaf sorgt nämlich dafür, das wir schöne Erinnerungen speichern und das dauert halt a bisserl länger. Ok, acht Stunden Schlaf krieg ich hin.
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2. Raus an die Frische Luft?

Am besten bei 14 Grad und Sonnenschein. (Wie Forscher der American Meteorological Society 2011 herausfanden). Da muss ich mal nachschauen wo das is, weil auf unserem Breitengrad kanns net sein. Da hats gerade – 4°Celsius.

 

3. Mach ein freundliches Gesicht

Gut, das fällt mir leicht.Eh scho wissen. Mimik lässt Hirn „glauben“ fröhlich zu sein. Lächeln und helfen. Ist wie geben und nehmen. Am liebsten lass ich mir aber helfen. Neulich bin ich mit dem Auto stehen geblieben: Batterie Alle! Wie ich so gegen 17:00 Uhr im Finstern auf der Straße steh, mit offener Motorhaube und gefühlte hundert Autos vorbeifahren, da bleibt einer stehn:“ Was soll das? Brauchst Du Kabel?“ So was von Freude aber auch 🙂
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4. Dankbar und Vorfreude üben?

Als undankbar kann man mich nicht bezeichnen. Ich bin Dankbar über meine Familie, meine Freunde, mein Dach über dem Kopf und das ich gesund bin. Vorfreude hab ich auch, auf ein nächstes Treffen, auf den nächsten Urlaub, auf Mousse au Chocolat 🙂

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5. Bewegung

Selbstredend 🙂

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6. Zeit mit Familie und Freunden verbringen

Wenn es die Zeit zulässt. Immer hat irgendwer eben keine. Wer hindert wen daran, sich Zeit zu nehmen? Zeit hab i für das, was mir wichtig ist. Gut, das sagen wir am besten unseren Chef´s und unseren Kindern.

 

7. Innere Ruhe?

Stop! Jetzt hammas. Die fehlt mir grad ungemein. Ahhh, da musss der Dunstabzug wieder her.

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8. Geistige Gesundheit?

Was immer wir auch darunter verstehen. Unter anderem, die Freiheit Entscheidungen in seinem Leben selber zu treffen. Das kann ich fast immer.

9. Unangenehme Dinge sofort erledigen

Das mache ich schon seit meinem Vierzigsten.

 

10. Glücklich

Aber ja doch 🙂 Am Abend finde ich immer noch genug Vorkommnisse, die schön waren. Und ausserdem ist ja Glück schon für mich, wenn ich kein Pech hab, gel 🙂

 

 

 

Some broken Hearts

Mit siebzehn hat man noch Träume, und meint, das die große Liebe irgendwo auf einen wartet. Jährchen später denkt man anders. Wo wir grad beim Erinnern sind, sich nur das Gute bewahren, ist in unserem Hirn verankert. Das machen die lieben Dopamine und Serotonine. „Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“, das bedeutet, das „Schreckliche“ soll nicht ins Langzeitgedächtnis. Nicht immer, aber immer öfter 😉 Schlimme, traumatische Erlebnisse werden manchmal durch Amnesie ausgeblendet. Andere wiederum kann man bewusst „vergessen“. Man beschäftigt sich einfach mit Dingen, die nicht im entferntesten mit dem „Problem“zu tun haben.
Charly Braun und Snoopy

Eine Liebe kann man nicht vergessen

Sich masochistisch dem Gefühl opfern, ist auch keine Option. Wozu sich das Leben schwer machen, mit Dingen, die nicht zu ändern sind? Wie lange sollte oder kann Trauer und Liebeskummer dauern? Gibt es ein Zeitlimit? Halbes, ganzes Jahr oder ein Leben lang? Ich hab eine Liebeskummer-Dauer Formel entdeckt. Der britische Autor Garth Sunden veröffentlichte diese These:
M = Monate – Anzahl der Monate, die man zusammen war.
Mein Kommentar: Man vergesse die Gewohnheit nicht.
L = Liebe: Wie sehr haben Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin geliebt (auf einer Skala von 1 bis 10. 1 = sehr wenig; 10 = Liebe Ihres Lebens)
Mein Kommentar: Zählt das Anfangsstadium – Verliebtheit dazu?
NW = Wie viele Nächte pro Woche haben Sie miteinander verbracht?
Mein Kommentar: Was wenn man getrennt schläft?
K =Wie oft hatten Sie Kontakt in einer Woche? Dazu zählen auch Kontakte zu seiner oder ihrer Familie
Mein Kommentar: Zählt auch Facebooke und Whats App?
E = Entscheidung – Nochmal die Skala von 1 – 10: Von wem ging die Entscheidung aus, die Beziehung zu beenden? (1 = vom Ex-Partner/in – 10 = Sie haben sich getrennt)
Mein Kommentar: Der, der geht, hat die Trennung ja geistig schon lange vollzogen.
S = Wie groß ist Ihr Selbstwertgefühl nach der Trennung?
(1 = Sie hassen sich; 10 = niemand kann Ihnen das Wasser reichen)
Mein Kommentar: Wenns aus, is aus, Basta!
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Ich kann die Formel von Dr. Gerti Senger nur bestätigen: Liebeskummer dauert so lange, so lange die „Liebe“ gedauert hat, nicht die Beziehung. Kummer und Trauer verlaufen in Schüben.
Wie ein Bumerang trifft sie einen, immer wieder mal. Du bist eben nicht du, wenn du nie geliebt, gelebt und geweint hast.

 

Vergessen, was jetzt?

Unsere Datenautobahnen im Oberstübchen, funktionieren ungefähr so, wie unser Straßennetz. Straßen die man öfter benutzt, werden verbreitert und verlängert. Andere wieder, „Wege“ die man selten begeht, werden von Gras und Unkraut überwuchert. Liegt das Vergessen am Alter und ist das schon Demenz? Nicht unbedingt denn: Alzheimer ist nicht, wenn du nicht mehr weißt, wo du den Schlüssel hingelegt hast, sondern wenn du nicht mehr weißt wofür er ist.

Schlüsselbund

Das Erinnern

hängt auch von Interesse, Wichtigkeit und Emotionen ab. Wie viel Aufmerksamkeit, ich etwas widme. Vergessen an sich ist nicht schlecht. Man denke ans „Loslassen“. Wir würden durchdrehen, wenn wir uns alles merken müssten, was wir gehört, gesehen oder erlebt haben. So hat es auch einen Vorteil. Jetzt geht´s mir um´s „Klopapier“. Jeder kennt die Situation im Supermarkt. Man ist extra in dieses Geschäft, trifft jemanden, ist „draus“, kauft schnell, was man zwar auch mal brauchen kann, aber nicht so dringend, wie oben Erwähntes. Welche ist die beste Methode sein Gedächtnis auf Trab zu halten?

Leere Papierrolle

Aufmerksamkeit und Konzentration

Ahhhh, wie langweilig. Gar nicht meine ich. Meine Strategie zum Beispiel, ist Kategoriendenken (Vera Birkenbihl). Es funktioniert ganz einfach und du brauchst nie mehr einen Einkaufszettel. Beim Kategoriendenken geht man Abläufe geistig einfach der Reihe nach wieder durch. Beispiel: Aufstehen, Kaffee trinken, fehlte was zum Frühstück? Im Bad, Zähne putzen, duschen, fehlte was, usw. Ob es für Haushalt oder für Beruf ist. Ihr könnt es ausprobieren, es funktioniert zu 100 Prozent! Nur eines sollte nicht passieren!

Tafel nicht stören

Ablenkung!

Alles was einen länger, als eine Minute vom Ablauf abhält, bringt einem unweigerlich dazu, wieder von vorne anzufangen zu müssen. Soll heißen, wenn ich ein Buch lese und mein Partner verabschiedet sich kurz mit einem „Pfiati“, macht das gar nichts. Will er aber jetzt etwas wissen oder dir schnell was sagen, kannst du die Seite wieder von vorne anfangen ;-). Jede Buchhalterin wird mit dem Kopf nicken, wenn sie daran denkt, das der Chef wieder mal „kurz“ etwas wollte oder von einem Telefonat unterbrochen wurde. Erzählt mir Eure Erfahrungen. Es würde mich freuen. Ansonsten kann ich nur empfehlen: Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn von Gerald Hüther

 

 

 

Da braut sich was zusammen

Kann man das noch aufhalten? Ein Gewitter kann die Luft reinigen, sollte sie noch sauber sein. Ist sie aber schon voll von Schadstoffen, werden die nur von oben, nach unten geschwemmt. So ungefähr stell ich mir das in Beziehung´s Dingen vor. Zu viel von allem ist nie gut. Das Gewitter wirst du nie verhindern können, aber der Mist der sich im Oberstübchen ansammelt, den kannst du kontrollieren.
Ein Hit

Man muss sich nicht alles merken, besonders wenn es sich um Verletzungen handelt, kann man sie auch bewusst vergessen. Und über „nicht zurück schauen“ kannten sich schon unsere Vorfahren aus. Es leppert sich mit den Jahren ganz schön viel zusammen. Willst du das alles immer mit dir rumschleppen? Es soll auch welche geben, die schreiben sich alles auf, damit sie nur ja nix vergessen. Stellt euch vor, ihr seid von jemanden verletzt worden und ihr denkt mit der Zeit gar nicht mehr dran? Nach einem längeren Wiedersehen findet eine unbeschwerte Unterhaltung statt. Der Mensch ist euch sympathisch. Was wenn ihr es nicht vergessen hättet?
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Es kommt freilich immer darauf an, wie schwerwiegend es für denjenigen war. Das ist dann wieder, von Mensch zu Mensch verschieden. Der eine spinnt schon wenn du ein paar mal zu spät gekommen bist, den anderen könntest du mit der Nadelspitz ins Auge fahren, ehe er dich verdammt.

Ich bin niemanden böse, und es gibt niemanden, mit dem ich nicht mehr sprechen würde. Ich bleibe aber auch auf Distanz. Denn, es handelt ja jeder so, wie er glaubt, das es für ihn wichtig oder richtig ist. Sollte sich dennoch wer in meine Nähe verirren, wird es mir ein leichtes sein, mit einem Lächeln, den Rucksack vor seine Füsse abzustellen, und ihm einen guten Tag wünschen.
Denn was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß .(Wilhelm Busch)

 

Die, die immer lacht

Bist heiratst is wieda guat. Wieder mal ein Satz, den Millionen andere auch von ihren Müttern oder Vätern gehört haben. Die Zeit heilt alle Wunden. Nur, was fängt man mit diesen Worten an? Was hilft einem das, wenn es grade so weit ist, das du glaubst, dein Brustkorb wird von einem Eisenring zerdrückt. Dein Hals schmerzt, das du kaum schlucken kannst. Die Tränen sind nicht mehr aufzuhalten. Und eigentlich möchtest du in diesem Moment am liebsten sterben. Liebeskummer, Trauer, Heimweh sind die schlimmsten Gefühle, die einem im Leben, den Alltag manchmal unmöglich machen.

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Aber der Mensch ist stärker als man glauben kann

und auch wenn es in diesen Momenten schier unmöglich scheint, man kommt darüber hinweg. Was passiert mit einem? Wo gehen die Gefühle hin? Es ist der Alltag, der Beruf, die Familie und Freunde, die einem helfen, und, es ist das Vergessen. Wo andere dagegen ankämpfen, ich bin dafür. Einige nennen es auch loslassen. In der Liebe heißt es, man leidet so lange, so lange man geliebt hat. Trauer vergeht nie. Sie wird weniger, aber es tut immer weh.

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Ja, wie mach ich das?

Das ich immer lach? Ich lach nicht immer, aber ich weine nicht im Beisein anderer. Es hat auch Jahre gegeben, da konnte ich gar nicht weinen, egal wie schlimm es gerade war. Ich versuche so gut es geht, die schönsten Momente in meinem Leben, immer im Gedächtnis zu haben. An die guten Seiten der Menschen zu denken, die ich geliebt, und die mich verlassen, enttäuscht und betrogen haben. Ich versuche das Gefühl tief in der Brust, mich nicht erdrücken zu lassen und schau vorwärts, bin glücklich, das ich gesunde Kinder habe. Ich bin glücklich das ich gesund bin und einen Job habe. Und ich bin glücklich und dankbar, das ich eine Familie habe.
Los mi amoi nu d´Sunn aufgeh sehn dann gibt es Augenblicke, da kann ich dieses Lied gerade nicht hören

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