Tagesgericht: „Oaschmoizknedl“*

Um ihrem Mann eine Freude zu bereiten, hat sie diese endlich mal gekocht. Als ihre Tochter von der Schule kam und wie immer, die tägliche Frage stellte: „Was gibst heute zum Essen?“
Provinzmadame froh war, das sie ihr so gut gelungen waren und nicht wie die anderen im Fett „zerfallen“, war ihre Antwort stolz: „Oaschmoizknedl“. Mit entsetzten im Blick und herabfallenden Mundwinkeln, kam vom Kinde prompt retour: „Na wäu, de iss i net“. Man bedenke das dieses Wort im Dialekt „schnell“ gesprochen, den gleichen Hörfehler hervorrufen kann, wie: „Hirsch heißt mein Vater“

Montag gab´s auch öfter ein „Blinds Bratl“

Denn in Provinzmadames Kindheit´s Zuhause, wurde schon Sonntags das ganze Fleisch aufgegessen. Übrig blieben dann nur Knödel, Kartoffel und Saft. War den Kindern sowieso lieber. Was aber heutzutage auf so manchem Speiseplan steht und worüber sich die Leute Gedanken machen, erweckt in ihr keinen Appetit, sondern Kopfschütteln. Wer keine Sorgen hat, macht sich halt welche ums Essen. Wo die Hendl herkommen und was im Speiseeis drinnen ist, da verlässt sich Provinzmadame auf die, die es machen. Denn hier kann man das Hendl noch, wenn „durchgegrillt“, sicher frei von Salmonellen essen.

Absurdistan liegt am Attersee

Denn hier stellen Leute Fragen wie: „Ist im Punschkrapferleis echter Rum drin?“ So etwas interessiert hier Badegäste. Die, die ihre Parkuhr in der Kurzparkzone alle zwei Stunden nachstellen. Aber selber nicht „beschissen“ werden möchten. Darum lässt Provinzmadame vieles schon so kalt wie der See, sorgt und ärgert sich nicht, sondern nur mehr wundern.

Leichtigkeit kann man nicht impfen

Dabei könnte hier jeder froh sein, das er alles essen kann, ohne Magenkrämpfe, Blähungen oder einen Ausschlag zu bekommen. Unterstützung bekommt diese gecoachte und überempfindliche Generation durch Ernährungsberater, Energetiker, Lichttherapeuten, Farbtherapeuten und Body-Talk´er.
Sollte gar nichts mehr helfen, geht er nämlich zu Letzterem, dieser schickt seine Sorgen dann gen Osten und wenn er nicht gestorben ist, lebt er heute noch.

Provinzmadame lebt in Gesellschaft von Frohnaturen

Diese finden nicht das eine Haar in der Suppe, sondern das eine am Kopf 😉
Für „Auswärtige: *Oaschmoizknedl = sind Eier in Schweineschmalz und Zwiebel angebraten, abkühlen lassen und als Fülle für die Semmelknödel verwenden, mit Sauerrahm-Soße und grünem Salat servieren: Mahlzeit


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