Heilig, heilig, heilig!

Hilferuf der Schwiegermutter meiner Schwester, wenn Gefahr im Verzug war. Ob´s geholfen hat, weiß nur der Herrgott. Wir waren Sonntags wieder mal zu Besuch auf dem Sachl. Ein kleiner Bauernhof, geeignet zur Selbstversorgung und nicht zum Reich werden, ausser man verkauft Grund. Mein Schwager, nach alter Dorfregel, wie immer vom Frühschoppen, auch zur Stallarbeit nicht daheim. Da hallt es durch den Hof: „Heilig, heilig, heilig – Liesi kumm!“

Dich krieg ich

a Kuah is ledig, a Kuah is ledig!!!

Meine Schwester springt auf und ich hinterher, dabei kam mir in den Sinn: „wird hoit „stiern, de Kuah“. Bedeutet so viel wie „gampig“ oder „geil“. Falsch! Losgrissen hat sich das Rindviech im Stall! Des is gfährlich, weil des bringt Unruhe bei den anderen Kühen und dann werns alle deppert. Beherzt und entschlossen renn ich mit in den Stall. Schau wo die Kuh steht, stell mich vor die Tränke, greif rüber zum Hals der Kuh und pack die Kette. Die Kuh steht da wie ein Bock und schaut mich an. Ich zieh und mit aller Kraft, da schreit die Schwiemu wieder: „Heilig, heilig, heilig, pass auf de hearlt de, de hearlt de!“

Mit ihrem Geschrei, hats mich total unsicher gmacht

„hearln“ heißt: Die Kuh spießt´s dich gleich auf. Da hab ich loslassen. Gerade jetzt, kam mein Schwager retour. Mit viel Mutwasser intus, torkelt der zwei Meter Lackl in den Stall rein, auf die Kuh zu und schreit: „Krucka, bleds Rindviech, eini do!“ Damit das Kommando noch mehr Nachdruck hat, gab s einen Klaps mit der flachen Hand auf die Flanke. Und?
Die Kuh stampfte gemütlich auf ihren Platz zurück. Die Moral von der Geschichte: Lass Dich von niemanden verunsichern, der nicht so viel Mut hat wie Du, aber vergiss nicht die Erfahrung, die diese schon gemacht haben.
Dann kann „heilig, heilig, heilig“ noch helfen. Somit kann Sprenge Deine Grenzen auch funktionieren.
PS: Und sagt die Bäuerin, „das scho wieder so viele wilde Ross auf da Woad san“, meint sie Unkraut und keine Ackergäule 😉

Veröffentlicht von bewegend-begeistern am Attersee

Senioren Dolce Vita oder glücklicher als Gott Lebensfreude und Lebenslust, gemischt mit humorvoller und optimistischer Selbstironie. Humor, ist für mich das Salz in der Suppe des Lebens. Dazulernen, neue Erfahrungen machen und Stillstand vermeiden, so bleibt man auf der Herzspur. Denn Leben, findet auch noch ab Fünfzig statt und endet, definitiv nicht mit Sechzig. Als Mutter, Er-Lebenstrainerin, Animateurin und Wanderführerin, lebe ich am schönsten Fleck im Salzkammergut. Schreibe über Bewegungen und Begeisterungen im Leben und last but not least, die Liebe ab Fünfzig. Kann über den Tellerrand hinaus schauen und freue mich, sollte ich viele motivieren – animieren und aktivieren, ergo, bewegend-begeistern können.

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