Bei ihrer letzten Google-Recherche, landete Provinzmadame auf einer Seite des „Aberglaubens“. Darauf wurde erklärt: Sollte eine Spinne vor deinen Augen, in eine brennende Kerze plumpsen, kann es sein, dass sich eine Hexe im Raum befindet. Oder, sollte eine Spinne kurz über dir abhängen, kann es sein, dass ein Verstorbener auf dich aufpasst.
(Oh – nicht doch Bruder)
Ihre Schwester glaubt an so was, Provinzmadame nur an:
„liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer“.
Was ist Realität?
Viel zu oft lassen wir uns täuschen und verdrängen das, was ein anderer meist blind erkennt. Immerhin reden sich viele nicht nur ihre Beziehung, sondern das ganze Leben schön. Haben sie Angst – alles „nüchtern“ zu betrachten? Angst, dass sich Träume und Visionen verabschieden?
Der Unterschied zwischen Traum und Tatsache ist, dass durch die rosa Brille einfach alles leichter ausschaut. Tja, schön ist immer schöner, weshalb uns das Hirn auch öfter mal Streiche spielt und mit Halluzinationen verwirrt.
Provinzmadame hat ihre Denkweise schon lange geändert und sollte eine schwarze Katze von Rechts kommen, ist ihr das wurscht. Erstens denkt sie, die will nach Hause und eine Spinne am Morgen, bringt sie sowieso um.
Allein aus Prinzip, geht sie unter einer Leiter durch, meistens dann, wenn sie zum knapp am Randstein steht.
Hat sie Schluckauf, glaubt sie zwar nicht, dass jemand an sie denkt, versucht aber trotzdem den Schnackerl wegzukriegen, indem sie an drei Glatzköpfe denkt.
Großmutter erzählte viel Schmarrn, oder doch nicht?
Provinzmadames Mutter überlieferte ihnen diese haarsträubenden Geschichten über Dinge und Tiere. Etwa, liegt ein Messer mit dem Rücken nach Oben in der Lade, müssen die armen Seelen darauf knien. Heute erklärt man Kindern, dass Verletzungsgefahr besteht und dreht es um.
Da waren echte Kalauer dabei, worüber sie sich und ihren Geschwister halbtot lachten. Also gab sie diese und andere Geschichten zur Erheiterung weiter, gerne bei ihren Wanderungen.
Unter anderem: Wenn man einen Feuersalamander seht, sollte man sich die Ohren zuhalten, denn fängt er zu schreien an, kann man „derrisch“ werden – auf gut deutsch: Taub.
Der Sinn dahinter, die Kinder sollten sich die Ohren zuhalten, weil sie dann nicht auf die Idee kamen, das Tier anzufassen.
Oder, begegnet ihr einer Schlange, müsst ihr im Zickzack davonlaufen, wobei ihre Mutter, mit der Hand die Bewegung noch schwingend untermalte.
Herrlich, wie die Leut´ auf Insta, die mit der angebundenen Fake-Schlange am Pulli davonliefen.
Im Frühling mit dem Kleingeld klimpern
Das, war bei Provinzmadame schon immer unmöglich, denn, wenn sie das erste Mal den Kuckuck hörte, konnte sie selten mit dem Kleingeld klimpern, höchstens mit kleinen Scheinen „wacheln“, in der Hoffnung – dass die sich vermehren.
Kurzum, der Aberglaube greift bei ihr nur bei Achtbeinigen, wie:
Spinne am Morgen, bringt Kummer und Sorgen brachte. Spinne am Mittag bringt Glückstag und Spinne am Abend, Glück noch Gaben. Dennoch
findet keine Entspannung statt, sollte sie eine in ihren vier Wänden erblicken.
Sollte eine Spinne also Hirn haben, kommt sie ihr besser nicht in die Quere 😉 – ansonsten war sie das letzte Mal Spinne in ihrem Leben.
„Aberglaube ist der Spleen der Seele“ – Alexander Pope


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