Kellerfahrten sind nur einfach zu lösen

Wieder mal auf Jobsuche, sah ich ein Inserat: PatiententransporterIn gesucht. Das stellte ich mir interessant vor, hab ja gern mit Menschen zu tun, zumindest mit Lebenden. Bewerbung abgeschickt und: gleich aufgenommen. Der erste Tag, sehr ernüchternd, gleich wurde erklärt, wie man sich gegen ansteckende Krankheiten schützt. Und das in einem Krankenhaus mit über 1000 Betten, ambulante Fälle nicht mitgerechnet.

Bei Anruf – Stiege 1-2-oder 3

Nach einer Woche „Einarbeitungszeit“, eine Kollegin gab mir einen Plan: Im Lift, auf dem Weg zur Stiege 3, schnell auf einen „Bierblock“ gekritzelt. So steh ich versteckt im Gang und warte auf einen „Auftrag“. Um einen Patienten zur Untersuchung MRC, MRT, Röntgen oder Ultraschall zu bringen. Pro Patient 10 Minuten! Abends körperlich und geistig am Ende. Ob es am Bettenschieben oder an den „Irrfahrten lag“, weiß ich nicht mehr. Wirklich, einmal hab ich eine „Fahrt“ falsch abgeliefert. Als ich sie zurück brachte, sagte die Stationsschwester: „Oh mein Gott die Arme, sie lebt eh noh.“ Aber hallo, i bin doch ka Englmacherin.

Ist das eine Wiedergeburt?

Kein erster Nachtdienst!

Die Stunde der Wahrheit rückte näher und sie bleuten mir ein, was bei einer „Kellerfahrt“ gemacht werden muss. Diese gibt es nur Nachts, alleine das ist gruslig. Aber stimmt, am Tag wärs blöd, man stelle sich vor, ich wär mit einer Leich durch die Ambulanz gefahren. Der Kühlraum wurde mir gezeigt und die Route, die ich nehmen sollte, also nicht bei der Ambulanz vorbei. Der „Aufbewahrungsraum“ sah eigentlich wie ein Behandlungsraum aus, lauter Amerikanische Kühlschränke drin. Der Chef machte eine Tür auf, Gottseidank leer. „Falls dir beim reinschieben einer runterfällt, lass ihn liegen. Den richten die vom Tagdienst wieder auf.“
Zuhause angekommen war ich fertig, ein Alptraum.

Ein Alptraum

Was machst Du da eigentlich?

Drei Wochen, eine Ewigkeit und kurz vorm ersten Nachtdienst beendet. Schluss! Ich fuhr ins Krankenhaus und warf den Handschuh. Als Jobtesterin musste ich feststellen:
Ich glaube zwar nicht an ein Leben danach, nehme mir aber trotzdem Unterwäsche zum wechseln mit ;-) Woody Allen

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