Kellerfahrten sind nur einfach zu lösen

Es gibt eben nix, was net gibt. Wieder mal auf Jobsuche, las ich ein Inserat: Patiententransporter oder In gesucht. Ahh, das stellte ich mir interessant vor. Ich hab ja gern mit Menschen zu tun. Zumindest mit den Lebenden. Also Bewerbung geschrieben. Logisch wurde ich gleich genommen. Der erste Tag war aber schon sehr ernüchternd, noch dazu wo einem gleich erklärt wurde, wie man sich gegen ansteckende Krankheiten schützt.
Doktorkittel Pixaby

Bei Anruf – Stiege 1-2-oder3

Ein Krankenhaus, das über 1 000 Betten verfügt, die ambulanten Fälle nicht gerechnet, da muss man sich schon auskennen. Nach genau einer Woche „Einarbeitungszeit“ mit Plan. Kopfschüttel, der Plan war ein kleiner Blockzettel, den mir meine „Abteilungleiterin“ im Lift schnell gezeichnet hatte. Also, ich steh im Gang und warte auf einen „Auftrag“, sprich, einen Patienten holen und zur Untersuchung MRC, MRT, Röntgen oder Ultraschall fahren. Pro Patient hat man 10 Minuten!!! Abends war ich immer am Ende. Ich wusste aber nicht ob es am Bettenschieben oder an den Irrfahrten, die ich auch manchmal ghabt hab. Ja, wirklich, einmal hab ich eine fahren müssen, als ich die zurück gebracht habe, sagte die Stationsschwester: „Ahh, sie lebt eh noh.“
Krankenhaus Keller Pixabay

Kein erster Nachtdienst!

Die Stunde der Wahrheit rückte näher und sie bleuten mir ein, was zu geschehen hat, wenn ich eine Kellerfahrt machen muss. Ihr müsst wissen, diese werden nur Nachts gemacht. Alleine das ist schon gruslig. Am Tag wärs ja auch blöd. Man stelle sich vor, ich wär mit einer Leich, durch die Ambulanz gefahren. Also wurde mir der Kühlraum gezeigt und die Route, die ich nehmen sollte. Der „Aufbewahrungsraum“ sah aus, wie ein normaler Behandlungsraum, wo lauter Amerikanische Kühlschränke drin standen. Mein Chef machte eine Tür auf. Gottseidank lag niemand drin. „Also, falls dir beim reinschieben einer runterfällt, lässt ihn liegen. Den richten die vom Tagdienst wieder auf.“ Zuhause angekommen war es für mich wie ein Alptraum. Was mach ich da eigentlich? Nach drei Wochen, vor meinem ersten Nachtdienst, fuhr ich ins Krankenhaus, und warf den Handschuh. Als Jobtesterin, wie ich mich manchmal bezeichnet habe, musste ich bei diesem feststellen: Ich glaube zwar nicht an ein Leben danach, aber ich nehme mir trotzdem Unterwäsche zum wechseln mit 😉 Woody Allen

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