Sich freuen macht glücklich!

Also nicht auf das hören, was andere sagen, sondern tun, was einem gut tut. In unserem Alter sollte man eigentlich wissen was man will und was nicht. Für mich kein Problem, schaut ich doch immer wieder mal über den Tellerrand hinaus. Außerdem, gehe ich gerne einen Schritt weiter als andere.
Die meiste Zeit verbringe ich mit Menschen, die positiv denken – wie „Finni“. Eine ältere Dame, die einigen schrullig erscheint, aber mehr Herzensbildung und Verstand hat, als sie.

Vor Kurzem saß ich, wie so oft an meinem „Lieblingsplatzerl“, die Schirmbar in Attersee. Die nette ältere Dame nahm bei mir Platz.
Wir fingen an, uns über Gott und die Welt zu unterhalten und auch, wie es im „Alter“ so ist. Unter anderem erzählte sie, dass es sie ärgert, wenn ihr wieder mal die passenden Worte nicht einfallen.
Das sie ihr restliches Leben in dem Haus verbringt, dass sie mit ihrem Mann erbaut und dem Geschäft, dass sie vor Fünfzig Jahren eröffnet hatten. Heute führt der gemeinsame Sohn die Firma und sie, lebt in einer großen Wohnung darüber.

Für mich hatte die Wohnung – gefühlt die Größe einer „Reitschui“

Finni lachte und meinte: „Ja, aber leider auch an großen Dachboden, wo man alles aufhebt“. Es gab keine Minute, in sie jammerte oder über Wehwehchen klagte. Sie weiß sich zu helfen und hat keine Langeweile im Alltag. Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, verzweifelt sie nicht gleich.

Wie an diesem Tag, wo sie geplant hatte, wieder mal mit der „Pemperlbahn“ nach St. Georgen zu fahren, um ihre Brille vom Optiker abzuholen. Doch als sie aussteigen wollte, wusste sie nicht, das man dazu nun einen „Knopf“ drücken muss, wenn man die Fahrt beenden will.

Daher musste sie notgedrungen mit der Bahn bis Vöcklamarkt fahren und dort, wartete sie auf den Anschlusszug, um wieder retour zu kommen.
Das alles dauerte über drei Stunden, eine Fahrt, die normalerweise zwanzig Minuten braucht. Als sie dann endlich wieder am Bahnhof St. Georgen angelangt war, war der Vormittag natürlich vorbei, eigentlich – der halbe Tag.

Finni war weder verärgert noch schlecht gelaunt

Ihr Résumé: „Alle jungen Leute waren so nett und hilfsbereit, dass ich mir keine Minute verloren vorkam“.
Darauf hatten wir mit einem Spritzwein angestoßen, denn auf diese positive Lebenseinstellung muss man einen trinken:
„Finni du taugst ma“ – „weiter so und ois Guade!“

Das alles ist nun eine Zeitlang länger her und wenn andere übers Alter jammern, denke ich an die liebe alte Dame, die zufrieden mit sich und der Welt, ihren Lebensabend genießt.

„Zufriedenheit ist ein stiller Garten, in dem man sich ausruhen kann“ – Ernst Ferstl

Für Finni und Provinzmadame, der Gastgarten

2 Antworten zu „Sich freuen macht glücklich!“

  1. Avatar von sabienes

    Ich glaube, dass kleine Freuden besser zu genießen sind, als so richtig große Mega-Dinger. Diesen traut man vielleicht gar nicht so richtig über den Weg 😉
    Die Frau, von der du da erzählst, ist ja wirklich allerliebst!
    LG Sabienes

    1. Avatar von bewegend-begeistern

      Hallo Sabienes, tja – glücklich kann sich der schätzen, der die kleinen Freuden auch erkennt.
      lg ingrid

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