Darum: Nicht auf das hören, was andere sagen, sondern tun, was einem gut tut. Im Alter sollte man eigentlich schon wissen, was man will und was nicht. Für Provinzmadame kein Problem, schaut sie doch über den Tellerrand hinaus und deshalb, geht sie auch gerne mal einen Schritt weiter – als andere.
Ihre Zeit verbringt sie mit Menschen, die positiv denken – wie „Finni“. Eine ältere Dame, die einigen zwar schrullig erscheint, aber mehr Herzensbildung und Verstand hat, als sie.
Vor Kurzem saß Provinzmadame wie so oft an ihrem „Lieblingsplatzerl“ beim Attersee. Da nahm sie an ihrem Tisch Platz, die nette ältere Dame. Sie fingen an, sich über Gott und die Welt zu unterhalten und auch, wie es ihr mit dem „Alter“ so geht. Dabei erzählte sie Provinzmadame unter anderem, dass es sie ärgert, wenn ihr wieder mal nicht die passenden Worte einfallen.
Ihr restliches Leben verbringt sie im Haus, dass sie mit ihrem Mann erbaut hatte und dem Geschäft, dass sie vor Fünfzig Jahren eröffnet haben. Nun führt der gemeinsame Sohn die Firma und sie lebt in einer großen Wohnung darüber.
Für Provinzmadame hat die Wohnung – die Größe einer „Reitschui“
„Da lachte Finni und meinte: „Leider auch an großen Dachboden, wo sie alles aufhebt“. Keine Minute gab es ein Jammern über Wehwehchen, oder Langeweile im Alltag. Sie weiß sich zu helfen, sollte etwas Unvorhergesehenes passieren und verzweifelt nicht gleich.
An diesem Tag hatte sie geplant, wieder mal mit der „Pemperlbahn“ nach St. Georgen zu fahren und ihre Brille vom Optiker abzuholen.
Als sie aussteigen wollte, wusste sie nicht, das man heutzutage ein „Knopferl“ drücken muss, wenn man die Fahrt beenden will.
Also musste sie notgedrungen mit der Bahn bis Vöcklamarkt fahren und dort auf den Anschlusszug warten, um wieder retour zu kommen.
Das alles dauerte mehr als drei Stunden, für eine Fahrt, die normalerweise fünfzehn Minuten lang ist. Als sie endlich am Bahnhof St. Georgen angelangt war, war der Vormittag vergangen, eigentlich – der halbe Tag.
Finni – weder verärgert noch schlecht gelaunt
Ihr Résumé: „Ich hab mich so über die jungen Leute gefreut. Alle waren nett und hilfsbereit, weshalb ich mir keine Minute verloren vorkam“.
Darauf mussten sie mit einem Spritzwein anstoßen und auf diese positive Lebenseinstellung trinken: „Finni du taugst ma“ – meinte Provinzmadame „weiter so und ois Guade!“
Das alles ist etwas länger her und wenn andere übers Alter jammern, denkt Provinzmadame an die liebe alte Dame, die zufrieden mit sich und der Welt, ihren Lebensabend genießen kann.
„Zufriedenheit ist ein stiller Garten, in dem man sich ausruhen kann“ – Ernst Ferstl


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