Ticket nach Einsamkeitshausen

So ein Ticket hatte Provinzmadame in der Hand, nur war es ein: One Way Ticket. Das Gefühl, von einem Chaos ins nächste zu schlittern kennt sie. Begonnen hatte alles mit gerade mal zwanzig Jahren, als sie zwei Wochen Urlaub auf IBIZA machten: Santa Eulalia! Braungebrannt und ausgelassen, so hätte es „ihr Leben lang“ weitergehen können.

Auf der Insel La Torreta, in Burg nähe, aßen sie zum ersten Mal spanisches Omelett. Kartoffeln mit Eier, heute eine Lieblingsspeise von ihr, besonders die Variante: Lauwarm. Ihr Appetit ist halt ein anderer, denn sie kann sogar zum Frühstück schon Pizza oder Lasagne verspeisen.
Liegt das an ihren halb-italienischen Genen?

Damals war die Stimmung: Ständig Mamma Mia

Ende August und Abends immer noch 20 Grad. Heute haben wir auch im Oktober so warme Abende. Manchmal weht sogar im November noch ein laues Lüfterl.

Nun haben wir eine Situation, wo wir uns gefühlt in „Einzelhaft“ befinden. Dabei sind erst fünf Tage vergangen und Provinzmadame hat jetzt schon ihre Wohnung auf den Kopf gestellt. Sämtliche Deko umgeräumt und statt den Familienfotos, hängen nun Fitnessübungen an der Wand.

Außerdem wollte sie das Bett zum Trampolin umfunktionieren, doch da war eine innere Sperre: Im Hinterkopf hörte sie ihre Mutter schimpfen: „Aus is mit Bettenspringa, da werden die Matratzen kaputt!“
Gut, dann eben nicht, der Lattenrost wird es ihr danken.

Provinzmadame will „H´optimistin“ bleiben

Das, was für sie und ihre Geschwister früher Höchststrafe war, hat ihnen heute der Staat auferlegt. Dabei, so schlimm findet sie den Hausarrest gar nicht, ihr Trost: Es betrifft ja alle!

Also genießt sie die Nachmittage am Balkon, hört auf das Gezwitscher der Vögel, dass schon lange nicht mehr, so deutlich wahrzunehmen waren. Herrlich.
Ja: Ihr persönlicher Wellnesstempel, sind ihre vier Wände 🙂
Nachmittags ein Nickerchen auf der Hollywoodschaukel und sich nicht darüber wundern, dass der kleine „Hoptimist“- in kürzester Zeit ausverkauft war.

Machen wir das Beste daraus. Nicht ärgern, sondern schau auf Dich und die andern schauen. Rücksicht ist ja leider – schon viel zu vielen abhandengekommen.
Ob bei einigen die Erziehungsmethode versagt hat, oder sie nur ein Amöbenhirn besitzen, das kann man nicht so genau sagen.

„Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen“ Kurt Tucholsky

2 Antworten zu „Ticket nach Einsamkeitshausen“

  1. Avatar von lovemylife
    lovemylife

    Wie immer hat alles zwei Seiten – mir kommt das Vogelgezwitscher auch lauter vor. Vielleicht lachen sie uns Menschen aus und zwitschern, des hab’st jetzt davon! Daheim sein ist auch mal schön! Schönen Frühlingsbeginn Gabi!

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