Nach wochenlanger Grübelei hatte ich mich endlich aufgerafft, einen Haufen alter Zeitschriften zu sortieren. Dabei fand ich unter anderem den Artikel, wie Buddhisten es schaffen, ihr seelisches Gleichgewicht zu halten.
„Dumme“ und unwahre Gedanken zu stoppen, die wie ein Affe – von Ast zu Ast springen und keinen Sinn ergeben. Solche, die ich, am liebsten mit einem Hand-Wisch in der Luft, weghaben will, aber es nicht schaffe.
Meist tauchen sie aus der Vergangenheit auf und lassen mich in eine noch düstere Zukunft blicken. Ein Segen, wenn man da – seinen „Affengeist“ zähmen kann.
Ein mega- interessanter Artikel – erschienen im BIO Magazin 2013/5 und ausschlaggebend für diesen Blog. Tja, so lange kann eine Zeitschrift bei mir rumgelegen 😉
Es passiert in der Amygdala – die Sicherheitsbeauftragte im Hirn
Der „Affengeist“ steckt in der Amygdala, das kleine Gehirnareal am obersten Punkt der Wirbelsäule, von manchen auch „Monkey-Mind“ genannt. Klein wie ein Mandelkern, ist sie maßgeblich an unseren Emotionen beteiligt. Sie allein, kontrolliert alles was wir erleben und genau deshalb, kann man auch nur mit ihr den „Affengeist“ zähmen.
Dr. Katharina Senger – nennt sie „Wächterin“, weil sie uns vor realen Gefahren warnt und uns zum Handeln anregt.
Ergo: Raus aus dem Stillstand! Einem Zustand wo nix mehr weitergeht.
Da ich an keine Wiedergeburt glaube, sondern nur daran, dass alles einen Anfang und irgendwann ein Ende hat, kann ich mit dieser Überzeugung, das Geschwätz im Kopf nicht aufhalten. Auch wenn ich versuche, diese Grübelei mit einem: UND AUS! zu stoppen.
Seit den Achtzigern fest in meinem Hirn verankert, hilft mir diese Metapher normalerweise, dem negativen Gedankenkarussell ein Ende zu machen. UND AUS! Warum gelingt es diesmal nicht?
Wo die Konzentrationsfähigkeit schwindet, haben die Affen Kirtag
Mit unbegründeten Ängsten lebt sich´s aber gefährlich, weil sich damit noch katastrophalere Szenarien im Kopf abspielen. Ist der Angstzyklus mal aktiviert, gerät der Rest des Hirns auch in Geiselhaft.
Und wenn das Hirn anfängt, einen an verletzende Dinge zu erinnern, fangen auch bei mir an, die Tränen zu fließen.
Was kann mir jetzt helfen? Mich selber am Schopf packen und aus dem Gedankensumpf herausziehen? Wo lauert denn die wirkliche Gefahr?
Normalerweise bei dem, „wo Leben, Status und Familie“ in Gefahr sind. Das gottseidank ja nicht. Vielleicht sollte ich mich mit etwas beschäftigen, womit ich mich ablenken könnte?
Mit einem BRAINWALK – die Kreativität walten lassen und mich an meine Träume erinnern, so viel Zeit ist ja auch nicht mehr vor mir.
Ein Ortswechsel muss her
Und der beginnt schon vor der Haustür! So gelingt es, den ungezügelten Teil im Hirn, der zwischen den Ästen meiner Gedanken hüpft – zu zähmen.
Tja, „Selbstbeherrschung ist wie ein Tanz mit den Impulsen, die wild im Kopf herumtoben“.
Oft stammt diese Wildheit eines Affengeistes, ja aus einer Quelle der Stärke und Erfahrung.
Und vielleicht sollte man nur besänftigen, um Herausforderungen gelassener zu begegnen?
Immerhin ist der „Affengeist“ ein rastloser, impulsiver oder ständig springender Geselle, der nicht aus Schwäche, sondern aus Wachheit entsteht. Besonders, wenn man in sehr kurzer Zeit viel erlebt, gedacht oder getragen hat, entwickelt sich diese innere Unruhe.
Diese „Wildheit“ verstehen
Stärke ist ja nicht, diese Wildheit zu unterdrücken, sondern sie zu verstehen und zu lenken. Ein gezähmter Geist verliert dadurch seine Kraft nicht, im Gegenteil, er wird klarer, ruhiger und zielgerichteter.
Ich muss also nicht „anderes“ werden, sondern nur etwas anderes machen. Meiner inneren Energie mit mehr Milde begegnen, statt gegen sie anzukämpfen.
So wird aus Unruhe Aufmerksamkeit und aus meinem innerem Kampf, Gelassenheit gegenüber den Herausforderungen, die vor mir liegen.
Genau dafür eignet sich der BRAINWALK – anders machen, andere Gedanken, andere Sichtweisen, neue Verbindungen schaffen und mit mehr Klarheit und Gelassenheit den eigenen Weg erkennen.
„Wage immer wieder mal einen Sprung ins Ungewisse. Nur dann erlebst Du, dass hinter der Angst das Besondere liegt“ – Frank Rehmann


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