„Beziehungsblind“ ist genauso fatal wie „Betriebsblindheit“ in Unternehmen. Beides entsteht, wenn zu viel Monotonie herrscht.
Eine gute Partnerschaft ist nun keine angeborene Fähigkeit, sondern entwickelt sich.
Heute scheitern viele Beziehungen mit Drama, Türenknallen und langen Scheidungsverfahren, nur wenige schaffen es durch Krisen. Provinzmadame scheiterte, weil sie alles „harmonisieren“ wollte, außerdem glaubte sie daran, dass in Partnerschaften beide dazulernen können, wenn der Wille da ist.
Romantik ist für viele kein Gefühl, sondern ein organisatorischer Fehler
Wer kennt sie nicht, die Paarbeziehungen, die mit den Jahren effizienter und eingespielter wurden. Wie ein mittelständisches Unternehmen mit klaren Zuständigkeiten: Ich bring den Müll raus und kümmere mich um den Haushalt und du sorgst dafür, dass wir uns ein schönes Leben leisten können.
Doch: „Wie schauen wir uns an ?“ Viele vergessen wie es sich anfühlt und hier ist nicht der Alltag schuld, der alles kaputt macht, sondern:
Weil wir nicht miteinander reden!
Keine Gemeinsamkeiten stattfinden und deshalb aufgehört haben, uns zu überraschen. Alles, weil man meint, den anderen so gut zu kennen. Die Gedanken des anderen zu wissen und reagiert, bevor dieser reagiert.
Manchmal kann man sich aber täuschen, denn wie oft weiß man wirklich, was der andere meint? So leben wir Miteinander und füreinander, aber im emotionalen Mittefeld.
Eine Krisen nach der anderen
Die meisten verstricken sich in immer wiederkehrende Muster, das ist kein „Pech“ – sondern, noch nicht dazugelernt!
Auch Provinzmadame erging es so, ständig lernte sie emotional distanzierte Männer kennen. Heut weiß sie, dass das kein Zufall war, sondern ein Zeichen, gewisse Dynamiken nicht zu erkenn, aber unbewusst nachahmt.
Wenn jetzt einer meint, sie kann keine Grenzen setzen, täuscht er sich gewaltig: Ein NEIN – kommt ihr heute locker über die Lippen.
Stimmt: Früher, sagte sie oft Ja, obwohl sie ein Nein meinte. Hat respektloses Verhalten durchgehen lassen und zu lange gewartet.
Übrigens der Hauptgrund – für ungesunde Beziehungen.
Idealisieren oder Abwerten?
Wie wärs mit – „die perfekte Person“ mal ohne rosarote Brille anzusehen oder ein – „Nicht gut genug“ – zu hinterfragen? Beides verhindert, den anderen wirklich wahrzunehmen.
Egal ob man Konflikte vermeiden will, oder sie eskalieren lässt, wer Probleme ignoriert, bei dem wird jede Kleinigkeit im Streit enden.
Gute Beziehungen brauchen einen respektvollen Umgang mit Konflikten und kein Ausweichen in Affären, wenn´s schwierig wird.
Dies verlangt aber die Bereitschaft, dass eigene Verhalten zu hinterfragen. Außerdem: Welche Vorstellungen man von Nähe und Distanz hat.
Klammern, weil man ständig Bestätigung nötig hat, oder zu distanziert bleiben = aus Angst vor Verbindlichkeit, bei beiden Themen, wird man am Ende alleine dastehen.
Heute weiß Provinzmadame
Muster die sich wiederholen, verursachen Probleme! Sie würde sich deshalb wünschen, dass man sich auch nach langer Zeit richtig anschaut und denkt:
Wow. Unglaublich, was dieser Mensch heute wieder geleistet hat.
Die meisten leben nebeneinander her: Sind verlässlich, aber nur minimal begeistert und bemerken es nicht, weil alles „läuft“.
„Beziehungsblindheit“ erkennt man selten selber, weil die Gewohnheit alles am Laufen hält. Jeder macht sein Ding und zwischen belanglosen Gesprächen fängt man an sich zu fragen: War da nicht mehr?
Die Kunst langer Beziehungen:
Liegt zwischen „Gelegenheiten“ die man besser verpassen sollte – die Versuchung wahrnehmen, aber bleiben lassen: Gelegenheit macht eben Liebe, aber auch Stress.
Heute bedeutet für Provinzmadames eine gute Beziehung:
Miteinander reden, ohne dabei an den Geschirrspüler zu denken, den man noch ausräumen, oder das Auto zum Service bringen müsste.
Sich anschauen, als würde man sich nicht täglich sehen und erkennen, dass der Partner oder Partnerin mehr ist, als einer der weiß – wie man tickt.
Lange Beziehungen sind beeindruckend, haben sie doch einen Hauch von Romantik. Trotzdem musste Provinzmadame lange über dieses Zitat nachdenken.
„Zwischenmenschliche Beziehungen sind „mit Abstand“ die besten“ – Gerhard Uhlenbruck


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