Nimms leicht, nimm mich…

Dieses Zuckerl, hat Provinzmadame noch nie geholfen! Weder ihren Reizhusten zu lindern, noch die Nerven zu beruhigen. Wenn die Tage kürzer werden und eine Nebeldecke jedes Lux verschluckt, bräuchte sie eine starke Schulter. Eine Zeitlang musste sich Provinzmadame mit der „Ein Personen-Leuchte“ herumschlagen. Doch jetzt: Hat sie eine „Lichtbrille“, sie ist das Richtige für Frau Gertrude. Wenn schon kein Feuerwerk für die Seele in Sicht ist, holt sich Provinzmadame die Wunderkerzen aus dem Keller und lässt sich durch die Herzerlbrille in den Flow bringen. Wenn Kerzen in den Räumen flimmern, Straßenlaternen angehen, Ampeln aufleuchten, Autos blinken, macht diese aus jedem Lichtschein: Eine bombastische Herzerlflut.

Braucht Provinzmadame das?

Ja, wenn sie der Blues packt, sie niedergeschlagen und melancholisch ist, hilft ihr jeder Strohhalm.
Früher waren die „Tage vor den Tagen“, für Provinzmadame besonders schlimm. Da erweisen sich solche Helferlein als gut. Sie bringen weiter, wenn das Hirn wieder mal die Frage aufwirft:
„Was hat mich traurig gemacht und warum?“
Da holt sich Frau Gertrude Dinge ins Haus, die sie ablenken, will dem Schwermut das Leben schwer machen und nicht, er ihr.
Schwerblütler, solche die jede Leichtigkeit abwürgen, könnten damit, sogar vom Grübeln abgehalten werden.

„mechd sei wia da See, tiafgründig und stüh, mi regat nix auf, kaun kemma wos wüh“

Ob Schicksal, Zufall oder wieder mal nicht aufgepasst. Nun ist es mal so, also was tun? Rein in den Flieger und weg, ist Provinzmadame nicht immer möglich.
Aber, wäre das Problem dadurch gelöst? Man soll nicht davonlaufen und manchmal ist es besser, den Mut haben und doch um Hilfe zu bitten.
Bitten? Klar, nicht jede Krise ist alleine zu meistern und in schwierigen Lebensabschnitten, sind Familie und Freunde nun mal Gold wert. Sie stärken einem den Rücken und sorgen dafür, dass genug Kraft da bleibt, um wieder „aufzustehen“.
Die Frage: „Hättest du bitte kurz Zeit für mich?“ – hat schon so manches Problem, in Luft aufgelöst.


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