Dorfleben – Herzbeben

Ein kleines Dorf im Attergau, vom Ortspfarrer Felix „Sündendorf“ genannt, weil´s so viele ledige Kinder gab. Die trafen sich in der Dorfmitte um zu spielen oder Unfug zu treiben. Wo der Mann zur Frau „Oide“ und die Frau zum Mann „Oida“ sagt. Wo jedem „Zuzug“ mit Argwohn begegnet wurde, genau da, lebte und wunderte ich mich zwanzig Jahre lang. Kleine Geschichten um „Städtern“ das Landleben so richtig schmackhaft zu machen. Kleine und große Ereignisse, von Kopfschüttel bis „Heilig, heilig, heilig!“

Wäsche jackmac34 Pixabay

Die Wäsche hängt richtig!

Mit zwanzig Lenzen hinzugezogen bin, dachte ich mir nix dabei. Mein Leben in den nachfolgenden Jahren, hat es aber nachhaltig geprägt. Gut erzogen und Grundkenntnisse der Hauhaltsführung, kamen diese gleich zum Einsatz. Mein Waschtag wurde misstrauisch beäugt, nicht nur, weil ich keinen bestimmten hatte, sondern weil ich die Wäsche sortiert, nach Art und Länge, auf die Leine hing. Erst Handtuch, dann Geschirrtuch, dann Waschlappen, jede Leine von Groß auf Klein. Für meine Unterwäsche musste ich einen Ständer für Drinnen kaufen, logisch oder?

Spiritze Pixabay

Ein Köter der alle narrisch machte

Unser Nachbar hatte einen kleinen weißen Spitz. Nicht nur, dass er „sein“ Haus beschallte, prinzipiell auch uns. Und weil die Besitzerin von der Kläfferei auch genervt war, lies sie das Hundsvieh öfter raus, damit drinnen Ruhe war. Gekläffe beim Briefträger, bei jeglichem Besuch, bei ihr und uns, und selbstverständlich, wenn mein Mann um halb fünf in die Frühschicht musste. Auch wenn er von der Spätschicht um 22:30 Uhr heim kam. Unsere Kleine, damals gerade zwei Jahre alt, machte uns am glücklichsten wenn sie schlief, sie wurde davon natürlich wach, der Wirbelwind.

Photo by Skitterphoto on Pexels.com

Die Sache mit der Rache

Jahre später wunderte ich mich, dass die Kläfferei jetzt öfter in der Mittäglichen Ruhestunde des Nachbarn anfing. Was ihn auch zu vermehrten Wutausbrüchen und Beschimpfungen veranlasste. Beim Wäsche aufhängen hörte ich zufällig aus unserem Obergeschoss, ein ähnliches Kötergeräusch. Wieder mal begann eine Tirade am Nachbarszaun. Da erwisch ich glatt unsern Teenager beim abspielen ihres „Lieblingstitels“, womit sie das Vieh „tratzen“ konnte. Der Song: „Girl You Know it´s True“ – von Milli Vanilli, beim genauen hinhören ist am Anfang ein: „WAUWAU!!“. Nachdem sie s immer erst tat, nachdem unsere Kleine schon wach war, der Nachbar aber erst seine Siesta halten wollte, waren unsere, damals zum zerbersten angespannten Nerven, beim Geschrei unseres Kleinkindes eher gesalbt 😉

Mädchen im Abendrot

Fotos: Von Pixabay

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