Dorfleben – Herzbeben

Ein kleines Dorf im Salzkammergut, vom Ortspfarrer Felix „Sündendorf“ genannt, weil´s so viel ledige Kinder gab. Hier trafen sich die Kinder in der Dorfmitte, um zu spielen oder Unfug zu treiben. Da, wo der Nachbar zur Frau „Oide“ schreit und die Frau „Oida“ sagt. Wo jedem „Zuzug“ mit Argwohn begegnet wird, genau da, lebte und wunderte ich mich über zwanzig Jahre lang. Kleine und große Geschichten, um „Städtern“ das Landleben richtig schmackhaft zu machen. Ereignisse, von Kopfschüttel bis „Heilig, heilig, heilig!“

Meine Wäsche hängt richtig!

Mit zwanzig Lenzen von Daheim ausgezogen bin, dachte ich mir nix dabei, aber es hat mein Leben nachhaltig geprägt. Gut erzogen, mit Grundkenntnisse der Hauhaltsführung, kamen diese zum Einsatz. Der Waschtag wurde misstrauisch beäugt, nicht nur, weil ich keinen hatte, sondern weil die Wäsche sortiert, nach Art und Länge, auf meiner Leine hing. Meine Unterwäsche musste am Ständer für Drinnen trocknen, logisch oder?

Ein Köter, der alle narrisch machte

Unser Nachbar hatte einen kleinen weißen Spitz. Dieser beschallte nicht nur „sein“ Haus, nein, prinzipiell auch uns. Weil die Besitzerin selber von der Kläfferei genervt war, lies sie das Hundsvieh raus, damit drinnen Ruhe war. Gekläffe beim Briefträger, bei jeglichem Besuch, bei denen, bei uns und selbstverständlich, wenn mein Mann, um halb fünf in die Frühschicht musste. Erst recht, wenn er von der Spätschicht heim kam. Die Kleine, damals zwei Jahre, machte uns am glücklichsten wenn sie schlief, sie wurde natürlich wach, der Wirbelwind.

Die Sache mit der Rache

Jahre später, kläffte der Köter immer öfter in der Mittagszeit. Dies brachte den Nachbar wiederum zu vermehrten Wutausbrüchen und Beschimpfungen. Beim Wäsche aufhängen, hörte ich zufällig aus unserm Obergeschoss, ein ähnliches Kötergeräusch und die Tirade am Nachbarszaun liess nicht auf sich warten. Erwisch ich glatt unsern Teenager, beim provokanten abspielen ihres „Lieblingstitels“, womit sie das Vieh „tratzen“ konnte: „Girl You Know it´s True“ – beim genaueren reinhören ist am Anfang ein: „WAUWAU!!“ Sie tats zwar erst, nachdem unsere Kleine wach war, aber leider der Nachbar seine Siesta halten wollte. Damals, waren unsere zum zerbersten angespannten Nerven, ja durch das Tobsucht-Geschrei unseres Kleinkindes, gesalbt 😉

Mädchen im Abendrot

Fotos: Von Pixabay

2 Kommentare

  1. Eigentlich Eifel, gell? 😂😂

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