Im Leben kann es Situationen geben, in denen ein Nein, sogar Leben retten kann. Das ist einmal die Ablehnung von Drogen oder Alkohol, besonders, wenn man Auto fahren muss. Und die andere, die Ablehnung von riskanten Verhaltensweisen und Aktivitäten, die zu Verletzungen führen können.
Schlussendlich kann das Nein auch in zwischenmenschlichen Beziehungen rettend sein. Obwohl es in einer Beziehung, die emotional oder physisch missbräuchlich ist, schwierig sein kann, sich zu trennen.
Ergo, viele Situationen, in denen ein Nein das Leben verändern kann. Doch wenn man sich selbst oder andere vor Schaden bewahren kann, lohnen sich Mut und Entschlossenheit. Dabei muss es sich aber nicht immer um ein Menschenleben handeln.
Feind von Autofahrer und Hühnerstallbesitzer
Neulich, als Provinzmadame auf der Seestraße unterwegs war, standen nach einer Kurve drei Autos. Zwei Damen standen mitten auf der Straße, gebückt und sichtlich nervös, schauten sie auf die Fahrbahn.
Ihr Helfersyndrom sagte ihr sofort, aussteigen und Hilfe anbieten.
Also, sie ging auf die Damen zu und sah dann das Malheur:
Ein Marder wurde angefahren und lag nun halbtot und blutend aus der Nase auf der Straße. Wahrscheinlich angefahren von einem, der es nicht für nötig hielt, nachzuschauen.
Klar, in der Provinz ist ein Marder, das meistgehasste Tier von Autofahrer und Hühnerstallbesitzer. Nun liegt aber einer da, zuckend und mit blutend auf der Straße. Aufgeregt meint eine der beiden Frauen: „Wir müssen die Tierrettung rufen“. Da konnte ihr Provinzmadame versichern: „Bis die da ist, ist er längst tot“. Im Hintergrund debattierten die Frauen, wobei eine meinte: „Soll ich ihn hochheben?“ Provinzmadame entsetzt: „Wenn sie Tollwut riskieren möchten?!“ Ob sie ihn dann immer noch so lieb gefunden hätte? Tja, die lieben Städter, für sie gilt Marder retten, aber Bettler verjagen.
Wer hat Angst vorm Marder?
Da meint die eine, jemand müsste ihn zum Tierarzt fahren. Genau, im Kofferraum oder am Beifahrersitz? Das sag mal einen im Dorf. Nun hatte sich in der Zwischenzeit aber ein Stau gebildet und die Autoschlange bestand schon aus mehr als zehn Autos.
In solchen fällen raten einem Bezirksjägers eigentlich, das Tier zu erlösen. Da es Provinzmadame aber nicht schaffte, den Marder zu erschlagen, fragte sie die ersten vier Autofahrer dazu. Doch keiner der Männer hatte den Mumm, aber dafür ungeduldig.
Kein Wunder, Hochsommer auf der Seestraße und ein Stau. Als sie retour kam, waren die aber Damen verschwunden und die Autos fingen an, vorbeizufahren, bis nur mehr sie da stand. Solche Idioten.
Ein Kamikaze Akt, mitten auf der Seestraße
Vor ihren Füßen das verletzte Tier, was tun? Der Ausweg, den Heckenschneider am Straßenrand fragen, oder den Seegrundbesitzer in Rente, auf der anderen Seite fragen. Immerhin beobachtete dieser die ganze Lage. Doch beide, fühlten sich nicht in der Lage, das Vieh zu erlösen. Mittlerweile stand sie auch alleine da, alle, weswegen der Stau überhaupt zustande kam.
Irgend etwas aber musste sie tun. Da erblickte sie eine Schubkarre, wahrscheinlich die vom Heckenschneider. Diese schnappte sie kurzerhand, samt einem orangen Kegel der Straßenmeisterei.
Das „Plastikhuterl“ sollte dazu dienen, den Marder in die Schubkarre zu bugsieren. Im selben Augenblick aber, fing der Marder an zu zucken, so heftig, dass er mit zweimal erst mitten auf der Straße und dann auf der anderen Seite im Gebüsch lag. Waren die Lebensgeister zurückgekommen?!
Nun kamen moralische Bedenken auf.
Was, wenn sich doch einer getraut und dem Marder mit einer „Kopfnuss“ ins Jenseits befördert hätte ? Wäre wieder mal ihre Ungeduld schuld, sogar daran, wenn es dem Marder das Leben gekostet hätte?
Abend traf sie sich mit Freunden wo einer meinte, der auch Jäger ist:
„Brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Wer so ein Viech nicht erschlagen kann, sollte halt nochmal drüber fahrn. Wenn er schon aus der Nase blutet, deutet das sowieso auf einen Schädelbruch hin und dieser Marder im Gebüsch, verreckt sicher beim See“.
Tja, so ist das, für einen Mann. Doch, wer weiß, vielleicht hat er sich doch „darappelt“ und beißt munter in der Zwischenzeit, schon wieder die Benzin und Bremsleitungen anderer Autofahrer durch.
„Fehlentscheidungen auf Dauer, sind nicht für Jeden leichter zu verkraften, da hilft nur sofortiges Handeln“ – Ernst Ferstl

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