Denken und Tun sind zwei paar Schuh

Zum Fünfziger wollte ich etwas besonderes machen. So saß ich mit Freunden beisammen und wir hatten die Europakarte vor uns am Tisch. Mit einem Stift zog ich einen Strich, quer von Zuhause bis Santiago de Compostela und teilte entschlossen mit: „So geh ich den Jakobsweg“. Chaotische Ausrufe:
Das geht nicht, du müsstest übers Meer und in drei Wochen ist das nicht zu schaffen, außerdem, wie übers Gebirg?!“ Leitln, es war nur mal so eine Idee, weil ich zum „Runden“ etwas Außergewöhnliches machen wollte.

Das ist Jahre her

In der Zwischenzeit hatte ich „effektivere Ideen“. Wenn es „alle“ tun, will ich´s nicht mehr. Vielleicht ein Teilstück der Tour de France radeln und „meine Tour des Lebens“ daraus machen? Alles nichts, gegen eine Scheidung mit Fünfzig! Den Schritt gewagt, herauskatapultiert vom Alltag, könnte man es mit der Hiobsbotschaft „Krebs“ vergleichen. Durchkommen zählt und nur die Harten schaffen es. Feuerlauf, Marathon, Santiago, alles abgehakt, sie sollten stellvertretend sein, für den einen großen Schritt: Die Veränderung.

Wer über einen Neustart nachdenkt

Will erst seine körperliche und geistige Widerstandskraft testen. Prüfen, ob man standhalten kann. Mein Leidensdruck war so groß, da war es mir egal, mit wie viel weniger Geld ich auskommen sollte. Die Rente klein und ich daher, bis an mein Lebensende dazuverdienen muss. In keinem Haus, sondern einer kleinen Wohnung, den Rest meines Lebens verbringen werde.
Für manche undenkbar, laufen sie lieber jährlich 42,195 Kilometer.
Stimmt, die sind auch nicht leicht zu schaffen, dafür läuft man auf der sicheren Seite. Nicht auf unbekanntem Terrain und kann weiter auf Freunde zählen, die sich ansonsten subtrahieren, weil sie noch mehr Angst vor dem „Abstellgleis“ haben.

Ist es die neue Freiheit wert?

Freiheit wovon, frei von Verpflichtungen? Das sollte nicht der Grund sein.
Aber eine Beziehung sollte aus „Gemeinsamkeiten“ bestehen, welche über die „Kinder“ hinaus andauern.
Jeder Mensch entwickelt sich weiter und im Idealfall, beide Partner zur gleichen Zeit, fürs gleiche Ziel.

Veröffentlicht von bewegend-begeistern am Attersee

Senioren Dolce Vita oder glücklicher als Gott Lebensfreude und Lebenslust, gemischt mit humorvoller und optimistischer Selbstironie. Humor, ist für mich das Salz in der Suppe des Lebens. Dazulernen, neue Erfahrungen machen und Stillstand vermeiden, so bleibt man auf der Herzspur. Denn Leben, findet auch noch ab Fünfzig statt und endet, definitiv nicht mit Sechzig. Als Mutter, Er-Lebenstrainerin, Animateurin und Wanderführerin, lebe ich am schönsten Fleck im Salzkammergut. Schreibe über Bewegungen und Begeisterungen im Leben und last but not least, die Liebe ab Fünfzig. Kann über den Tellerrand hinaus schauen und freue mich, sollte ich viele motivieren – animieren und aktivieren, ergo, bewegend-begeistern können.

2 Kommentare zu „Denken und Tun sind zwei paar Schuh

  1. Ich hab mit fünfzig eine zweijährige Zusatzausbildung begonnen, und bin sehr glücklich, dass ich es tue, auch wenn manch einer stirnrunzelnd auf mich schaut und sagt: lohnt sich das denn? Du gehst doch eh bald in Rente. Und andere sagen mir, dass sie es bewundernswert finden, dass ich mich traue. So denkt jeder anders und mit fünfzig oder sechszig oder auch siebzig kann doch immer noch was Passieren.

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