Unmögliche Möglichkeiten

Ich verlor meinen Vater schon mit zehn Jahren, und meine Mutter damals dreiundvierzig versuchte so gut es ging, mich mit meinen fünf Geschwistern durch zu bringen. Irgendwann, als ich schon vierzehn war,  fuhr ich mit meiner Mutter in die Bezirksstadt, und nach den Besorgungen schauten wir wie immer bei einer Zoohandlung vorbei.

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Da sah ich ihn

Jimmy, ein Makaken Äffchen. Ein Herr Nilson. Er jammerte aus dem Käfig uuhuuuhhuu. In meinem Kopf ging´s nur mehr, er will zu mir! Noch keine Ahnung wie viel Geld damals 2500 Schilling waren, und was es bedeutete einen Affen zu haben, bettelte ich was das Zeug hielt. Meine Mutter ihrerseits versuchte stets nebenbei etwas Geld zu verdienen. Und da meine Ahnen Italiener waren, lag ihr das Handeln und Tandeln im Blut. Sie überlegte kurz und dachte insgeheim, das mit dem Äffchen doch ein Geschäft zu machen wäre. Nach kurzer Verhandlung mit dem Tierhändler einigten sie sich auf eine Anzahlung von fünfhundert Schilling. So, standen wir dann kurze Zeit später mit einem Riesenkäfig in der Stadt. Mir fiel nicht mal auf ob die Leute guckten, bis wir im Bus saßen.

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Daheim war es die Sensation schlechthin

Aus lauter Freude und Mitleid mit dem Tier ließen wir ihn natürlich gleich aus dem Käfig. Alter Schwede. Es waren eine der turbulentesten Tage meines Lebens. Das kleine Äffchen entwickelte sich zum Tyrannen, Unsere Katze zog er jedes mal am Schwanz von der Futterschüssel weg. Dem Freund meines Bruders wandte er jedes mal seinen Hinterteil zu. Die Gardinen waren Lianen Ersatz und die Wackel Dackel meiner Mutter dienten als Wurfgeschosse, wenn wir ihn wieder in den Käfig sperren wollten. Zu guter letzt war natürlich auch der Geruch in der Wohnung nicht mehr auszuhalten. Demütig brachten wir ihn nach vierzehn hektischen Tagen wieder zurück in die Tierhandlung, mit dem Ergebnis, das ich eine römische eins in der Schularbeit bekam, mit dem Titel „Da haben Alle geschaut“ und wir den Ruf eine Chaoten Familie zu sein.

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