Unmögliche Möglichkeiten

Als mein Vater starb, war ich grade mal Zehn und meine Mutter erst dreiundvierzig. So gut es ging, brachte sie mich mit meinen fünf Geschwistern durch. Im Teenageralter fuhr ich mit Mamma in unsere Bezirksstadt. Am Ende der Besorgungen, spazierten wir gerne an der Zoohandlung beim Bahnhof vorbei. Da sah ich ihn, Jimmy, den kleinen Makaken, Äffchentyp „Herr Nilson“

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Armseliges Gejammer im Käfig

Der will zu mir, der will zu mir! Keine Ahnung wie viel 2500 Schilling sind und was es bedeutet einen Affen zu besitzen, bettelte ich, was das Zeug hielt. Meine Mutter ihrerseits, versuchte stets nebenbei etwas Geld „reinzubringen“. Ihre italienischen Gene waren Schuld, dass sie leidenschaftliches Handeln und Tandeln im Blut hatte. Sie überlegte kurz und insgeheim sah sie schon durch Äffchen extra Scheine in die Haushaltskasse zu bekommen. Also, Verhandlung mit dem Geschäftsführer und die Einigung auf eine Anzahlung, von fünfhundert Schilling. Kurze Zeit später standen wir mit einem Riesenkäfig mitten in der Stadt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob die Leute extra guckten, als wir im Bus saßen.

Der Arme

Daheim, die Sensation schlechthin

Aus Freude und Mitleid gleichzeitig, ließen wir ihn sofort aus dem Käfig. Turbulente Tage standen an, das kleine Äffchen entpuppte sich als Tyrann. Die Katze zog er jedesmal am Schwanz von der Futterschüssel weg, wenn sie fressen wollte. Dem Freund meines Bruders wandte er bei jedem Besuch das Hinterteil zu. Die Gardinen wurden Lianen- Ersatz, die Wackel-Dackel am Schrank, dienten als Wurfgeschosse sobald wir ihn in den Käfig sperren wollten. Einmal, meine kleine Schwester spielte mit ihren Murmeln und Jimmy schaute aufmerkam zu. Da sprang er wie vom Teufel geritten, über Tisch und Schulter vor die Kugerl und stopfte alle, wie ein Hamster in seine Backen. Vollgestopft saß er dann am Kachelofen. Was tun? Mein älterer Bruder Max, packte ihn wie eine Katze am Nacken und ging mit ihm ins Bad. Hier „massierte“ er dem Affen, die „Beute“ aus den Backen. Seitdem, zeigte ihm Jimmy die Zähne. Max hielt Abstand, er wollte nicht „der vom Affen Gebissene“ sein 😉

Pixabay Gellinger

Vierzehn Tage lang die Bude voll

Alle kamen „Affenschaun“. Beinah wär Mamma der Deal aufgegangen, von wegen Eintritt und so. Zu guter Letzt, war der Geruch in der Wohnung nicht mehr auszuhalten. Demütig brachten wir ihn nach diesen hektischen Tagen wieder zurück.
Das Ergebnis: Ich bekam eine Römische-Eins auf die Schularbeit: „Alltag in meiner Familie“
Und Geld hat der Affe ja einbracht, dem Tierhändler. Fünfhundert Schilling für zwei Wochen und keine Arbeit mit dem Käfigputz.

8 Gedanken zu “Unmögliche Möglichkeiten

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