Dahoam is Dahoama

Kann aus der „Fremde“ mal Heimat werden? Warum nicht, seine Wurzeln wird man nicht vergessen. Man wird ab und zu daheim vorbei schauen und dabei feststellen, es kann zwei Zuhause geben. Besonders, wenn einem das Herz „aufgeht“ und das Gefühl überkommt: „angekommen sein“. Den Sonnenuntergang ohne Kloß im Hals und Enge in der Brust betrachten kann. Einem nicht die Augen „übergehn“, weil:
„Durscht ist schlimmer als Heimweh“ – kann nur ein Alkofix sagen.

Heimweh schmerzt wie Liebeskummer

Dann, wenn einen die Sehnsucht nach Geborgenheit und Vertrautheit übermannt. Es ist ein Unterschied, ob man von Zuhause weg muss oder ob man freiwillig ging. Mit Zwanzig sieht man Daheim meist als „Zwangsjacke“ und nur in der großen weiten Welt stehen einem Tür und Tore offen. Manche bekommen durch ihren Job eine Chance, das „Nest“ zu verlassen. Trotzdem hat jeder mal Heimweh und spürt ein Gefühl von Verlassenheit. Nur der, der es im Zaum halten kann wird „weiterkommen“. Als ein Bekannter, blutjung und Anfang zwanzig, mit einem Freund nach Südafrika auswanderte, haben beide in einem Anflug von Einsamkeit glatt: GEHEIRATET!

Dahoam ist, wo meine Wiege stand

Erinnerungen aus Kindertagen, wo Mamma noch der „Herrgott“ über alles war. Allmächtig, jeden Schmerz von einem abzunehmen. Trost und Geborgenheit gespendet hat, das war Dahoam. Als Provinzmadame ausgezogen ist, um eine eigene Familie zu gründen, dauerte es lange bis sich bei ihr das Gefühl von „Zuhause“ einstellte. Geborgenheit empfunden hat, wenn der Schlüssel im Schloss steckte. Durchatmen, entspannt die Augen schließen konnte und sagen: „endlich dahoam“. Dann, ja dann, ist man wirklich DAHOAM. So hat jeder seinen Flecken Erde, ob das Dorf im Hinterland oder am anderen Ende der Welt.

Mein Herz ist warm, warum so traurig?

Provinzmadame ist selten traurig und das wünscht sie anderen auch.
„Mit tausend Wünschen war er ausgegangen,
das Ende war bescheidenes Verlangen.
Ganz leise sprach er nur mit einer Hoffnung Keim:
Ich möchte heim!“


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