Wer Liebeskummer hat, für den sind die ersten drei Wochen „danach“, am Schlimmsten. Aber auch hier hält sich Provinzmadame an das „Dreier-Wunder“: Drei Sekunden, drei Minuten, drei Stunden, drei Wochen, drei Monate und drei Jahre.
Auf diese Zeitspanne kann sie sich verlassen, weshalb sie auch, nervlich oder gefühlsmäßig überwältigt, alles in diesen Zeitzonen abrechnet.
Eine realistische und mathematische Möglichkeit, Beziehungen auf ihre „Haltbarkeit“ zu prüfen. Immerhin ist es statistisch erwiesen, das die Wahrscheinlichkeit einer Trennung, nach drei Jahren immer kleiner wird.
Gefühle und Kummer
Vor einiger Zeit wurde ihre ältere Tochter, Knall auf Fall – von ihrem Mann verlassen. Für Provinzmadame war es herzzerreißend, ihr Kind so leiden zu sehen, weil sie keinen Bissen runter brachte und der Verzweiflung nahe war.
Das rief auch bei Provinzmadame Gefühle hervor, die sie schon lange nicht mehr kannte, das machte ihr Angst.
Das Einzige, was sie daher für ihre Tochter tun konnte, war da zu sein und sie mit dieser Zeitrechnung zu trösten. „Die Große“ – wie früher, auf den Schoß nehmen und ans Herz drücken. Doch das, lehnte sie vehement ab und drückte sich weg:
„Lass mich, das halt ich grad gar nicht aus“.
Da nahm Provinzmadame ihre Hand und meinte tröstend:
„Wirst sehen, in drei Wochen ist das Schlimmste vorbei und es kommen wieder andere Gedanken – solche, die dich weniger daran denken lassen“.
Genauso war es, nach drei Wochen hatte ihre Tochter angerufen und aufgeregt erzählt:
„Mutti, du hattest recht, ich hab heut den ganzen Vormittag nicht daran denken müssen“.
Wie machen es andere?
Das erfragte Provinzmadame im Freundes und Bekanntenkreis: „Leiden“ sie länger oder „stecken“ sie es „besser“ weg?
Zumindest die Frauen bestätigten ihr, dass diese Zeitspanne stimmt. Gottseidank, dauert Liebeskummer nicht ewig, was wir alle im Laufe unseres Lebens auch feststellen konnten.
Sollte Provinzmadame jemals wieder in so einem Dilemma stecken, weiß sie zumindest schon, ob sie an der Situation selber etwas ändern kann oder nicht.
Weiß, dass es mindestens drei Wochen dauern, bis das Leben wieder „Fahrt“ aufnimmt.
Und wie früher, wird sie auch in dieser Zeitspanne Gedanken wälzen, wie ein Mistkäfer seine „Kugel“. Nur, sollte die Kugel heute zu groß werden, weiß sie, was zu tun ist, sie gibt ihren Gedanken ein: AUS, STOP, NADA, NEIN! – vor.
Der Kopf spielt die Hauptrolle
Immerhin verschafft uns das Unterbewusstsein innerhalb von Sekunden einen „Gesamteindruck“, wenn wir einem anderen in die Augen schauen.
Vom Anfang einer Unterhaltung weg, entscheidet das Hirn in sekundenschnelle, ob die Aufmerksamkeit bleibt – oder abdriftet.
Das Leben hat Provinzmadame gelehrt, mit ihren Gefühle umzugehen, weshalb sie beim endgültigen Abschied eines lieben Menschen, ihren Geist absichtlich auf „Belangloses“ richtet.
Bei einem Begräbnis zum Beispiel, hört sie bewusst nicht auf den Text, den der Chor singt, um nicht in Tränen auszubrechen.
Das ist kein Verdrängen von Schmerz und Trauer, denn Gefühle, fahren ihr heut noch genauso ins „Mark und Bein“ wie früher. Nur öffentlich weinen, will sie nicht.
Zu früh hatte sie am eigenen Leib erfahren müssen was es heißt, richtig tief zu „fallen“ und ganz weit unten zu landen. Einen Schmerz fühlen, wo man meint, nie wieder ohne Hilfe hoch zu kommen und doch nach drei Wochen spürt, es wird weniger.
Ob normal oder nicht, es ist ihre Methode, womit sie ihre Emotionen kontrolliert, um negative Lektionen des Lebens zu meistern.
„Das Komplizierte sind nicht die Menschen, sondern die Gefühle, die sie in uns hervorrufen“ – Daniel Büttrich

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