Wie immer, kommen Provinzmadame im Bad die besten, manchmal auch verrücktesten Ideen. Neulich, inspiriert von der Serie „Raumschiff Enterprise“, bleib sie an einem Gedanken hängen: Dieser sagenhafte „Beamer“, mit dem „Scotty“ seine Crew an fremde Orte teleportierte.
Was wäre, wenn man dieses Gerät als „Jungbrunnen“ nützen könnte? Zack: Zwanzig Jahre zurück in die „Mittvierziger“! Für Provinzmadame eine aufregende und prägende Zeit im Leben. Gleichzeitig tauchte die Frage auf: Wozu?
In dieser Alterszone würden weder Geschwister noch Freunde, die auf sie warten. Wer würde ihr mitten in der „Midlife -Crisis“ dann bestehen? Mit der heutigen Generation hat sie ja ab und zu schon Schwierigkeiten, da wären die Probleme schon vorprogrammiert. Dabei denkt sie an ihre ältere Tochter, deren Ansichten was Beziehungen betrifft kaum folgen kann.
Und wenn sie sich umschaut, führen die meisten mit Ende Dreißig schon ein Leben, zu dem sie noch nicht viel beigetragen haben. Wenn Eltern und Großeltern nicht beisteuern würden, könnten sie ihren Liftstyle sicher nicht so leben.
Im Niemandsland ist keiner glücklich
Junge Leute, die unserer Generation mit dem moralischen Zeigefinger drohen wollen und selber politikverdrossen, moralisch wankelmütig und in Beziehungen die Scheidungsrate in die Höhe treiben.
Nein Danke, wozu soll sie da hin? Was würden ihr die zwanzig Jahre dann bringen? Nichts!
Außerdem gibt es fast keine „gstandenen Mannsbilder“ wie wir sie kennen, denn in dieser Altersgruppe, sind sie Mangelware. Leider müssen wir hier feststellen:
„Luschi Lukas“ lebt – entweder als „Penner“ (Ladenhüter) am Singlemarkt oder als sensibler Kollege, der so eine dicke Haut bekommen hat, dass er kein Rückgrat braucht.
Und dann noch „Mister Audi“– der sein übersteigertes Ego mit Leasingverträgen finanziert.
Da müsste sich Provinzmadame erst recht um einen zwanzig Jahre älteren Mann umschauen. Und wenn sie dann wieder sechzig wär, dieser schon Achtzig Lenze zählen würde.
Obwohl, wie mal erwähnt, einen Simonischek oder Jürgens, hätte sie in diesem hohen Alter auch nicht von der Bettkante gestoßen.
Wer will seine Fehler schon zweimal machen?
Hand aufs Herz, wir lieben uns doch so wie wir sind, oder nicht? Und wer sich heute alleine und nicht geliebt fühlt, würde das auch in einem zwanzig Jahre jüngeren Körper so fühlen.
Und – wer will denn die selben Fehler zweimal machen?
Provinzmadame findet sich gelungen, so wie sie ist. Erfahrungen kann man nicht beamen, die muss man selber machen. Wenn sie daher mit Mitte vierzig so werden wollte wie sie heute ist, müsste sie auch genauso entscheiden, wie damals.
Also, weg mit dem Hirnfurz und im lieber HEUTE leben. Sollte ihr der Anblick im Schlafzimmer wieder mal zu viel werden: Stellt sie sich halt vor einen besonders gnädigen Spiegel, einem von IKEA. (Stehen in fast jeder Boutique)
Solange also noch mehr als „drei Murmeln“ in ihrem Hirn rollen und sie Füße dahin tragen wohin sie will, ist ja alles prima.
Mit diesem Gedankensprung in eine Zukunft, die keinem etwas bringen würde, wünscht dir Provinzmadame einen schönen Tag, voller erfreulicher und vielleicht, sogar ein paar verrückter Momente. Sind es doch genau diese, die unseren Alltag auflockern und und uns glücklich machen.
„Kein kluger Mensch hat sich jemals gewünscht, jünger zu sein“ – Jonathan Swift
