Bei so was – kann sie einen Mann verstehen

Wenn einer nach einer einzigen „Problembehandlung“ – schon fertig mit der Welt ist. Diesmal aber, war auch Provinzmadame am Ende mit den Nerven und bettelte mit erhobenen Händen: Herr, bitte nur für dieses Mal, schmeiß einen Mann vom Himmel!
Das Problem, während sie sich das Frühstück machte, nebenbei den PC hochgefahren hatte und zwischenzeitlich auch am Handy scrollte. Wetter, Schlagzeilen, et cetera, kam die Info: Kein Internet!

Gut, nix Neues, kam es doch manchmal vor das dies länger brauchte, als ein paar Sekunden. Um ihrer Ungeduld keinen Raum zu geben, holte sie sich noch eine Tasse Kaffee aus der Küche. Nahm einen beruhigenden Schluck und beobachtete die Vögel durchs Fenster.
Nach einer Viertelstunde aber, war am PC nach wie vor nur die „Weltkugel“ und kein WLAN Symbol zu sehen. Dabei war der Router auf vollen Empfang und dennoch: Kein Internet?

Nerven behalten

Denn: Wie es mit so Dingen nun mal ist, die vom Strom abhängen: Erst mal stromlos machen.
Doch: „Whats that“ – das Signal blinkte weiter, auch nach fünfzehn Minuten. Spielte der Router verrückt?
Ihr Kopfkino war schon wieder in vollem Gange, also suchte sie die Rechnung vom Router heraus. Holte die original Verpackung aus der Versenkung, um alles einzupacken. Danach mit dem Zeug in die Bezirksstadt fahren, Parkplatzsuchen, dem Händler das Problem erklären und einen neuen Router installieren.

Was blieb ihr also anderes übrig, als erst mal das steife Kabel vom Router in die Schachtel zu drücken und dann den, der immer noch blinkte, auch einzupacken. Als sie den Empfänger in den Händen hielt, erblickte sie eine Staubschicht dazwischen. Diese wollte sie mit den Fingern schnell abwischen, doch zack, war er ihr entglitten. Kracks! Shit.
Jeder kennt das Geräusch von Hartplastik, das es macht, wenn es auf den Boden kracht.
Mit geschlossenen Augen, sah sie vor ihrem geistigen Auge die zersplitterten Teile liegen, doch oh Wunder, nix war kaputt, im Gegenteil: Das Ding hatte aufgehört zu blinken! Hurra!

Letzte Chance, das Ding wieder unter Strom setzen und siehe da, er ging auf Empfang.
Doch – ihre Nerven, ihre Nerven“.

„Große Problema“

Und das am nächsten Tag. Ihr Fernseher war ja nicht mehr der Jüngste, weshalb er seit Wochen an Altersschwäche litt. Die Fernbedienung funktionierte auch nicht mehr einwandfrei, weshalb sich das TV-Gerät damit, weder Ein – noch Ausschalten ließ. Das einzige, was man damit noch konnte war, die Lautstärke minimieren.
Besonders ärgerlich bei Filmen, in denen Werbeblöcke eingeblendet wurden. Erst mal musste sie es leiser drehen, denn auch die Tonqualität war nicht mehr die Beste. Zuletzt zeigte der „Lautstreifenpegel“ sogar 37 an. (Mit ein Grund, warum ihre Töchter sie nervten, doch endlich mal zum Hörgeräte-Akustiker zu gehen).
Deshalb musste sie den Ton in den Werbepausen reduzieren und danach extra wieder aufstehen, um den Ton „am TV-Gerät“ – wieder lauter zu stellen.
Bei einem Film in voller Länge, gut für die Fitness, aber schlecht für eine Entspannung.

Zufälligerweise wollte der Nachbar ihrer Schwester ein älteres Modell loswerden und verschenkte es. Das passte Provinzmadame gut in den Kram, allein aus finanziellen Gründen.
Nachdem sie mit dem Gerät Zuhause angekommen war, kamen erste Zweifel auf, etwa:
Wo´s Gscheits hot nu kana hergschenkt“ – aber auch: „An gschenkten Gaul, schaut ma net ins Maul“.

Der Teufel steckt wie immer im Detail

und wer meint, die Sache sei geritzt, indem man den einen Stecker herauszieht und beim andern Geräte wieder einsteckt, so einfach war das leider nicht, sondern am Ende – eine Herausforderung.
Tja – Ihre Nerven, ihre Nerven.
Erst hatte sie das altersschwache Gerät samt Receiver vom Netz genommen, ja, so alt war das Gerät. Danach alle Stecker wie gekennzeichnet, am Neuen anzustecken. Dann war das Gerät zwar an, aber am Bildschirm war nur: Keine Information! zu lesen.
Phu – ihre Nerven, ihre Nerven!

Sinnloser Weise versuchte sie es auch damit, alle Stecker zu „vertauschen“ und andersherum einzustecken. Das brachte natürlich auch nix. Der Neue passte nicht, verdammt!

KI – ist angekommen

Was tun? Klar – Hilfe beim Anbieter suchen! Vielleicht funktioniert dieses Gerät ja mit „Karte“? Ergo, beim Kabelanbieter anrufen. Das Nervenkostüm schon etwas überreizt, erwartete sie am anderen Ende der „Leitung“ ein menschliches Wesen.
Zum Erstaunen aber, hörte sie die Stimme von: „MARTIN“ – der mit sonorer Stimme sprach:
„Hallo, ich bin Martin, keine Warteschleife, bitte sage mir dein Anliegen, ob es das Kabel, Fernsehgerät, usw.“ und – AUS.
Provinzmadame wartete auf einen Piepton, aber es kam keiner. Ok, auflegen und sich die Reihenfolge der „Probleme“ merken. Vielleicht war es ja wie beim Rezepte bestellen, wo man die zugehörige Ziffer drücken musste, dachte sie.

Also, nochmal das Sprücherl von Martin anhören und dann: Die „Ziffer“ drücken.
Doch von MARTIN kam das: „Ich kann dein Anliegen nicht verstehen“
/da platze Provinzmadame der Kragen und sie fauchte „A****“ hinein. Wäre es kein Handy gewesen, hätte sie den Hörer auf die Gabel geknallt. Außerdem war ihre Ungeduld nun in Wut umgeschlagen und ihre Stimme klang hysterisch, als sie „Martin“ das Problem schilderte. Dieser dann versprach: „In Kürze würde sich jemand melden“

Tatsächlich meldete sich kurz darauf eine Dame. Sehr freundlich meinte diese, Provinzmadame solle mit dem Gerät vorbeikommen, das Problem würde im Geschäft behoben – Kostenpunkt: Null 🙂

Über diesen Kundenservice freute sie sich natürlich und ihr schlechtes Gewissen beruhigte sie, indem sie ausreichend Trinkgeld gab.
Trotzdem, sie als Wassermannfrau ist ja Innovationsbereit, aber das, das geht sogar ihr noch zu schnell.
Ihre Nerven, ihre Nerven!

„Alles ist so schnelllebig geworden – da bleibt kaum Zeit, sich richtig zu beeilen“
Karsten- Thilo Raab

Das Nervenbündel!

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