Im Dorf würde man „undaungs“ sagen. Nur, „Ehrenamt“ kann sich Provinzmadame nicht leisten, zur Nachbarschaftshilfe – reichts aber. In diesem Fall, ist es der Hund der Nachbarin, die plötzlich ins Krankenhaus musste. Zwar kannte sie „Bärli“ schon, so nennt ihn Provinzmadame, war er doch alle drei Wochen an einem Dienstag bei ihr. Nun ist es passiert, der Nachbarin ging es leider schlechter und sie musste ins Spital. Was nun?
Provinzmadame bot ihr sofort an, auf den Hund zu schauen. In der Annahme – es wäre nur für zwei, drei Tage. Doch schlimmer: Tiefschlaf!
Nun sitzt sie da mit dem Chihuahua, nach Dorfmanier von ihr – „schwara Zöppi“ genannt – weil er doch ein wenig übergewichtig ist. Immerhin bringt er mehr als 2,5 Kilo auf die Waage.
Da ist ihr Tagesplan nun auch über den Haufen geworfen, schließlich kann sie nicht einfach mehr die Haustür hinter zumachen wie vorher.
Hundebegleitung mit Pfeifen im Ohr
Hier möchte Provinzmadame betonen, dass der Hund gut erzogen ist. Er will zwar immer das Letzte Wort haben, meist dann, wenn er den Nachbarn hört. Dann versucht sein Meldeverhalten natürlich zu zähmen, am Ende aber, kommt immer noch ein: Wuff.
Auch der Tagesablauf hat sich stark verändert: Tagwache ist nun um 5:30 Uhr. Vormittagsrunde um 9:30 Uhr. Nachmittagsrunde um 14:00 Uhr, „Spätnachmittagslackerl“ um 17.30 Uhr und Abendrunde um 21.30 Uhr. Etwas Gutes hat es ja, zu dieser Jahreszeit würde Provinzmadame sowieso nichts anderes machen, als sich Nachmittags bei „gefragt-gejagt“ entspannen.
Es ist ja nicht so, dass sie einen Hund haben wollte, dann hätte sie ja einen. Viele Menschen können nicht alleine sein. Provinzmadame aber, ist manchmal sogar sehr gern alleine. Das macht sich gerade jetzt bemerkbar, obwohl ein alter Vierbeiner viel schläft, stresst sie die Situation.
Weshalb auch noch ein Pfeifen im Ohr dazugekommen ist und das erschreckende, auch handeln tut sie zeitweise schon irrational. Erst gestern, wo sie nach einem Spaziergang, die Haustür mit der Autofernbedienung öffnen wollte. Wo soll das enden?
Die Situation stresst
Denn: Leider konnte sie mit ihrer Nachbarin nicht mehr alles besprechen und obwohl sie den Hund kennt, wusste sie doch nicht alles über den „Kleinen“, bis heute. Immerhin weiß sie nun – wie er tickt und kann ihn auch mal ein zwei Stunden alleine lassen.
Dabei sollte der Hund bei einem längeren Krankenhausaufenthalt seiner Besitzerin, in eine Tierpension. Das brachte Provinzmadame doch nicht übers Herz und übernahm die Verantwortung. Außerdem hat die Nachbarin einen erwachsenen Sohn, der sich ihm annimmt, falls Provinzmadame ihren Freiraum braucht.
Und, wenn man viel Zeit miteinander verbringt, lernt man sich besser kennen und kommt sich näher. Die Größte Sorge von „Frauchen“ war ja, der Hund dürfte nicht ins Schlafzimmer und – auch nicht ins Bett. Wer Provinzmadame kennt, weiß, ihr Herz ist wie ein Schwamm, weich und unendlich saugfähig, praktisch ein „Doppelherz“ – ergo, der Hund schläft im Bett.
Man bedenke Spätfolgen
Gottseidank hat sie die Angewohnheit, das Bett täglich mit dem Tixoroller abzurollen. Damit erwischt sie jedes Haar und hoffentlich auch jede Hautschuppe. Doch Vorgestern, wollte sie noch ein schwarzes Punkterl aufpicken, aber das sprang weg? Reflexartig schlug sie mit dem Tixoroller drauf und zack – erwischt. Das musste sie sich natürlich genauer unter die Lupe nehmen, ergo, Brille ab und inspizieren: HILFEEEE – ein Floh! Oh nein, nicht auch das noch! Shit!
Hm, erst mal ihre Tochter anrufen, die Hundespezialistin. Diese beruhigte Provinzmadame und gab ihr Instruktionen. Danach hatte sie Vorschriftsmäßig das Flohmittel im Nacken von „Bärli“ aufgetragen. Das stank vielleicht, außerdem muss sie nun darauf achten, ihn nicht mehr am Nacken zu berühren. Wie jeder weiß, der einen Hund hat, über seinen Kopf streichelt man oft. Wie hat sie in einem ihrer letzten Blog geschrieben? Ihre Nerven, ihre Nerven.
Wo wird das enden?
Immerhin hat sie endlos viele Kuscheldecken und Teppiche. Natürlich hat sie ihm auf allen ein Platzerl angeboten. Oh-nein, warum schon wieder sie? Hilfe!
Nun muss sie darauf achten, keinen Zorn aufs Universum zu bekommen oder auf das Feuerpferd – das läuft natürlich auch komplett in die falsche Richtung: Schnell zurück und bergab!
Hm – wie gehabt, ihr Händchen für männliche Zeitgenossen, endet wie so oft – stets in der:
„Rue de la Gack“!
Wenn „Bärli“ aber so neben ihr liegt – denkt sie: Vierbeiner sind doch anders ❤
„Ein Hund weiß zwar nicht wie man Liebe schreibt, aber genau, wie man sie zeigt“
