Oder putzta bis schmierta? Eine Frage die sich Provinzmadame nicht selber stellt, weil die Antwort klar ist: Provinzmadame ist keine Putzmadame! Wischen, bis es nicht mehr schmiert, findet sie okay, nur, Menschen die gerne putzen, sind ihr suspekt. Sie mag es sauber, blitzblank aber, ist heute bei ihr Fehlanzeige. Was bei ihr blitzt und funkelt sind Lichterketten, denn scheint die Sonne durchs Fenster – lässt sie die Jalousien herunter.
„Sportflecken“ auf der frischen Bettwäsche? Damit strapaziert sie ihre Waschmaschine nicht gleich wieder, sondern dreht die Decke einfach um. Dabei sagte sie früher jedem Staubkorn den Kampf an.
Trick 17 mit Selbstüberlistung
Früher, waren ihre Freitagnachmittage dafür reserviert, Kalkflecken auf den Fliesen und jedem Krümel, den Kampf anzusagen.
Heute geht sie weniger militant mit dem Staublappen um, im Gegenteil, sie pfeift darauf:
„Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will sehn wo´s hingeht. Steigt auf den Berg voll Dreck, weil oben frischer Wind weht!“ Okay, so extrem ist es auch nicht.
Da fällt ihr die Episode mit dem Nachbarn ein, da steigen heute noch Wut und Rachegelüste in ihr hoch. Dieser Mann tauchte meist Freitagnachmittag, als wohlwollender „Kaffee-Gast“ auf, genau dann, wenn der Küchenboden noch feucht und Provinzmadame den Putzlappen schwang. Einem eingefleischten Putz-Profi hätte dieses Auftauchen wohl geschmeichelt, doch sie ahnte, da kommt nix Gutes.
Ohne Vorwarnung und viel Hintergedanken
Nach einem kurzem „Hallo“, fragte er spöttisch – „ah, hast du geputzt, das kontrollier ich gleich?“ und fuhr mit dem Zeigefinger über den Türstock. Sah sich seinen Finger mit einem breiten Grinsen und hielt ihn Provinzmadame unter die Nase.
Rot vor Wut, lief sie an wie eine Pufflaterne und ihr heutiger Ex, gab auch noch seinen Senf dazu. Das schrie nach Revanche.
Wochenlang blätterte sie in Zeitschriften und suchte nach Tipps und Ideen, wie man dieses leidige Putzen verkürzen, aber auch perfektionieren könnte.
Zufällig, flatterte „Die kleine Hausfrau“, mit der Post ins Haus. Eine Hausfrauenbibel, die sie nicht mehr missen wollte, denn daraus entstammt auch: „Trick 17“:
Ein paar Spritzer Eau de Toilette auf die Glühbirne sprühen und der Raum, duftet „wie frisch geputzt“, perfekt für alle Notfälle. Etwa, sollte die Schwiegermutter oder ähnliche „Spezialbesuche“ wie der Nachbar, unangemeldet vor der Tür stehen!
Der Fortschritt verlangt andere Mittel
Leider bleiben die Energie-Sparlampen kalt, so, wie die Leidenschaft von Provinzmadame fürs Putzen, absolut Hitzefrei.
Eine „Putzperle“ kann sie sich nicht leisten, außerdem entpuppen sich viel zu viele, auch resistent gegen alle Formen der Hausarbeit.
Wofür brennt Provinzmadame dann? Ganz klar: Glanz und Glamour der anderen Art.
Wie, nach dem Duschen unter dem Sprühregen ihres Lieblingsparfüms durchschreiten und im schwarzen Samtkostüm flanieren gehen.
Ihr „Jacky-Gen“ ausleben und in Champagner Begleitung, das Galadinner genießen!
Inspiriert von der Grande Dame der 60er, mimt sie mit ihrer Sonnenbrille, den Glanz der High-Society und bringt Schwung ins beschauliche Dorfleben.
Was für Jackie, die blendenden Auftritte als First-Lady waren, ist für Provinzmadame, das kleine Schwarze im Parfum-Nebel zu tragen und einen Sicherheitsabstand bewirkt.
Jackie O. strahlte damals und Provinzmadame heute, auf ihre Weise.
Ihr Putzmuffel-Gen – gepaart mit einem Hauch von Glamour,
der wahrscheinlich, nur bis zur Dorfgrenze reicht. Fazit: „Hast du das Jacky-Gen, brauchst du keinen Staubwedel“ 🙂
Ihr Ex hatte aber einen anderen Karrierepfad für Provinzmadame geplant und meinte:
„Geh doch putzen, damit kannst eine Menge Kohle verdienen!“
Bis heute ein völlig unrealistisches Ansinnen, wo doch nur eines glänzen sollte, ihre gute Laune.
Außerdem:
„Ein unmögliches Verlangen an sie, das grundsätzlich unerreichbar, unrealistisch oder unerfüllbar ist“