Tell me what you see, perfekt Paradise? – Imagine Dragons, ein Song der viele Erinnerungen in Provinzmadame weckt. Über einige schämte sie sich auch, weil sie mit jedem Jahr älter, mehr zu lügen anfing. Eigentlich begann es mit den Kindern, deren Fragen – „kann ich noch ein Stück Kuchen haben?“ mit – „wir kriegen noch Besuch“ und – „Warum muss ich schon ins Bett?“ – „weil du sonst nicht mehr wächst“ – beantwortet hatte. Ihre Nachbarin erfand sogar eine Goldfischallergie. Ja, Lügen ist eine Sünde, aber wenn wir alle die Wahrheit sagen würden?
Was glaubst du zu sehen, wenn wenn du in die Augen deines Partners schaust? So viel Körpersprache kann es gar nicht geben, dass man alles darin „lesen“ könnte.
Provinzmadame ist extrem wahrheitsliebend
Nur wenn sie jemand stresst, schwindelt sie das Blaue vom Himmel. Eigentlich sind es kleine „Unwahrheiten“, wenn sie auf „Wo bist du“ oder „Was machst du“ nicht wahrheitsgemäß antwortet. Notlügen findet sie nicht schlimm, sind die ja nur dazu da, Zeit zu gewinnen.
Dabei ist sie im Teenageralter schon rot geworden, wenn sie nur ans Lügen dachte.
Eine Nachbarin beharrte darauf, das es keine Lüge ist, Goldfische im Glas zu halten, weil sie sowieso alle zwei Sekunden vergessen, dass sie in einer Kugel schwimmen. Die meisten wissen eh, dass ein Aquarium mehr Arbeit macht als ein Katzenkisterl.
Ergo „Ausreden“ sind zwar hilfreich, aber „Ich hab deine Whats App erst jetzt gesehen“ eine Lüge.
Flunkern steht an der Tagesordnung
aber belogen will niemand werden, doch wenn´s ums „Eingemachte“ geht, wenigstens: Die sanfte Direktheit.
Kriminalisten empfehlen, falls man an etwas zweifelt, gleich nach Einzelheiten fragen, denn Lügen haben keine Tiefe und hinterlassen daher keine Spuren, so wie es die Wahrheit tut.
Nicht gilt auch bei der Polizei: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht….“
„Ich nahm die Wahrheit mal aufs Korn und auch die Lügenfinten.
Die Lüge macht sich gut von vorn, die Wahrheit mehr von hinten“ – Wilhelm Busch
