Lieber mal vom Weg abkommen,

..als sich gar nicht bewegen. Da, geht Provinzmadame auch mal einen Schritt zu weit, nämlich da hin, wo andere nicht mal hindenken können.
Dieser Mut, hat sie nicht nur an ihre eigenen Grenzen gebracht, sondern sie bekam auch oft zu hören: „Bist du varruckt?!“
Dann stellt sie sich ihr die Frage: „Wie viel Mut verträgt und akzeptiert die Gesellschaft?“
Wenn einer vom Weltall springt, wird das mit Millionen gesponsert, wahrscheinlich gerade deshalb, weil es ein lebensgefährliche Sensation ist.
Und wenn eine zierliche Frau solche Strapazen auf sich nimmt, um als weibliches Geschlecht, auch alle Achttausender zu besteigen, dann ist das: Revolutionär!
Stimmt, trotzdem findet Provinzmadame, das mit Neunzehn von Zuhause ausziehen, auch couragiert. Sie will sogar noch einen drauf setzen:
Sich mit Fünfzig, nach über dreißig Jahren Zweisamkeit scheiden lassen!
Garantiert heute noch, mehr als eine Mutprobe und sozialer „Kamikaze-Akt“.

Der goldene Mittelweg, ist selten eine Option

Wahrscheinlich eckt sie deshalb auch hie und da an und das, macht ihr das Leben auch nicht leichter.
Diplomatie ist´s, die noch nie ihre Stärke war, sondern nur der Wunsch, das Beste aus ihrem Leben zu machen.
Als sie ende Zwanzig diese Zeilen einer Ausgabe von „Schloss Puchberg“ las, hatte sie sich vorgenommen, das zu leben: „Wenn ich könnte wie ich wollte“

Wenn ich noch einmal leben könnt, würd ich versuchen mehr Fehler zu machen.
Nicht so perfekt sein wollen und mehr entspannen.
Ein bisschen verrückter sein, als ich gewesen bin und weniger Dinge so ernst zu nehmen.
Würde nicht so gesund leben, sondern mehr riskieren, mehr reisen,
mehr Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

Ich aber, war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich Momente der Freude, aber wenn ich nochmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Denn: Falls Du es noch nicht weißt, aus diesen besteht das Leben;
nur aus Augenblicken,
darum vergiss nicht den jetzigen!
Wenn ich noch einmal leben könnt´, würde ich von Frühlingsbeginn bis in den Spätherbst barfuß gehen, würde mehr mit Kindern spielen.
Wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie, ich bin 85 Jahre und weiß, dass ich bald sterben werde.
– Jorge Luís Borges 1899 – 1986

„Leben heißt lernen, dass es nicht darauf ankommt, ob wir uns etwas schenken, sondern darauf, uns gegenseitig etwas zu geben“ – Ernst Ferstl

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