Alltagsmensch, wo bist du?

Das fragt sich Provinzmadame, denn ihre Sehnsucht sind keine Palmen, Porsche oder eine Villa am See, sondern einem Alltagsmenschen, der sich wie ein Hund freut, wenn sie heimkommt.
Sie nicht das Gefühl hat, sie müsste etwas beschönigen und der mit „ungeschminkte Wahrheiten“ verträgt. Einen Mann mit Herz und Bodenhaftung, nur, wo lebt der?

Im Kinofilm riecht es nie schlecht und die Wohnung ist auch stets aufgeräumt. Der Sex bei Kerzenlicht und auf Designerbetten der Hammer. Kein Wunder, dass sich viele lieber einen Hund anschaffen, als sich mit einem echten Partner plagen.
Immerhin hat ja schon fast jeder Dritte einen Vierbeiner an seiner Seite – Tendenz steigend.
Da erinnert sich Provinzmadame an die „Quadrilatero della Moda“ in Mailand, wie viele „Fußhupen“ man auf einem Quadratmeter Balenciaga unterbringen kann, ohne dass einer drauftritt.

Alltagsroboter statt Alltagsmensch?

Einer, bei dem alles zu programmieren ist: Optik, Tonfall und Schmeicheleien. Einen Roboter der nie meckert, keine Schwiegereltern mitbringt und zuverlässig ist. Klingt verlockend, nicht?
Danke nein, Provinzmadame sieht lieber einen echten Menschen an ihrer Seite sitzen, keinen metallischen „Gefährten“.

Bedenklich findet sie auch, dass Männer heute derartig offen und unverblümt, über ihre Vorliebe für „Katalogfrauen“ sprechen – dass, raubt ihr manchmal den Atem.
Besonders, als einer eiskalt meinte:
„Die san immer willig, essen nur eine Schale Reis am Tag und kommen mit fünfzig Euro im Monat aus.“ Hallo – geht´s nu?!
Dafür hat Provinzmadame keinen Funken Verständnis. Wer Frauen auf das reduziert, sollte sich besser ein Mausloch suchen, das hat garantiert keine Gefühle.
Da braucht sich wirklich keiner mehr wundern, wenn seine Frau sagt:
„Mach dir dein Sushi selber!“

Jaja, „der Psychologe kennt Manien. Der Alltagsmensch „Egomanen“ – wie es Wolfgang J. Reus es treffend formuliert.
Provinzmadame bleibt dennoch optimistische Realistin, mit viel Hoffnung im Gepäck. Glaubt an ein gemeinsames Leben – eines, das mehr als nur Selfies und Selbstoptimierung ist. Auch wenn sie vieles alleine schafft: Gemeinsam wäre es schöner.

Wie konnte es so weit kommen?

Vielleicht, weil es uns die Medien, Serien und Dating-Apps ständig vorgaukeln, dass es da draußen etwas Besseres gibt?
Für die Männer eine Mischung aus Helene Fischer und Pamela Anderson – eventuell mit Hochschulabschluss und sogar eine Leidenschaft für Fußball?
Für Damen ein Hybridwesen aus George Clooney und Brad Pitt – mit empathischer Gesprächskultur, Waschbrettbauch und Sexy-Figur.
Die Realität sieht aber anders aus:
Denn: Beide Geschlechter sind von Perfektion so weit entfernt, wie die Freiheitsstatue vom Großglockner.

Gibt es nun einen Alltagsmenschen?

Einen, der den Alltag nicht fürchtet, seelische Kratzer aushält, ohne gleich die Krätze zu bekommen? Einer, der bleibt, wenn’s wackelt?

Hier wäre resignieren keine Option, daher hält sich Provinzmadame an Hildegard von Bingen – die empfiehlt:
Nach dem Frühstück ein Glas Wein, mit Muskatnuss und Zucker trinken, das soll vieles lindern. Damit kann man die Welt zwar nicht ändern – aber sie mit einem Lächeln betrachten.
Der Apell von Provinzmadame lautet – liebe Alltagsmenschen: Meldet Euch.

Denn sie ist bereit – für Kratzer, Kaffeeflecken, Missverständnisse und echten Dialog, auch nach einem großen Chaos.
So ist sie eben: Ehrlich. Echt – mit einer großen Portion Sarkasmus.

„Perfekt ist alles erst dann, wenn es nicht mehr realisierbar ist.“ – Damaris Wieser

Champagner trinke ich nur, wenn ich glücklich bin. Manchmal trinke ich Champagner, wenn ich alleine bin. In Gesellschaft ist er ohnehin üblich. Ich süffel ihn, wenn ich nicht hungrig bin und ich trinke ihn, wenn ich´s bin. Ansonsten rühr ich ihn nicht an – es sei denn, dass ich Durst habe. – Lilly Bollinger


Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..