Proberltrick und Massenpsychologie

Neulich bummelte Provinzmadame mit einem Freund durch die Salzburger Altstadt. Sie schlenderten durch die Getreidegasse, als plötzlich eine junge Dame auf sie „zusprintet“.
Es war vor einer Parfümerie, wo sie ihr nicht ganz zaghaft, ein Proberl unter die Nase hielt:
„Guten Tag, hier ist ein kleines Dankeschön für sie“.
Reflexartig griff Provinzmadame zu und im selben Augenblick aber, ergreift das Fräulein ihre Hand und meint:“ Oh, sie haben aber trockene Hände, kommen sie mit, ich hab etwas besseres für sie“.
Das ging alles so schnell und schon standen sie im Geschäft.
Also, Provinzmadame und trockene Hände, unmöglich? Wo sie doch seit Jahren und bei jeder Gelegenheit, ihre Handcreme griffbereit mit hat.
Während sie noch perplex vorm Verkaufspult steht, zückt die Verkäuferin das anscheinend Richtige aus der Schublade, eine Waschschüssel.

Provinzmadame bei „Lilly-Palmolive“?

Mit einem kleinen Fläschchen in der Hand, lächelt sie die Kosmetikerin an und betet herunter, was sie wahrscheinlich in einer Verkaufsschulungen gelernt hat:
„Wir waschen ihre die Hände vorher noch mit der Super Aqua Hands, der Anti Aging von Guerlain.“
Danke, jetzt reichts, auf Wiedaschaun!
Heutzutage ist ja nichts mehr umsonst und daher unmöglich, ungestört zu gustieren. Dabei hatte das Fräulein einen richtig netten adretten Eindruck gemacht.
Groß und schlank, schwarzes Kostüm, die Haare wie geleckt und geduftet wie die gesamte Parfümerie hinter ihr.
Verkaufstechniken und Massenpsychologie, was hat Provinzmadame daraus wieder gelernt?
So ein Proberl, ist wie ein Wahlzuckerl, die Speziallotion eine Partei und die Verkäuferin, eine Spitzenkandidatin.

Tja, Provinzmadame ist nun mal die stärkste Wählergruppe

Und vor der Wahl, wie vor einem Geschäft, wir einem eine Mogelpackung aufs Aug gedrückt. Nur, Wen oder Was kann man noch wählen?

Allen geht es nur um Macht und kaum haben sie die Mehrheit erreicht, geht die Zankerei im Hohen Haus von vorne los.
War die Übergangsregierung mit den „Experten“ eine gute Wahl?

Zumindest machen sie das, was sie wirklich können, ohne dem andern pausenlos auf die Finger zu klopfen und stänkern wie ein Erstklassler:“ Der hat was falsch gemacht“

Alles eine Psychologie der Preisverkleinerung:
Je exklusiver die Verpackung und je bekannter der Name, desto eher wählt man ein Produkt, bei dem man irgendwann feststellen muss:
Wahlgeschenke sind nix anderes, als Bestechung mit dem eigenen Geld.
Super!

Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen“ – Loriot

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