Es gibt keinen Musiktitel, zu dem Provinzmadame nichts einfällt, im Gegenteil, sie kurbeln ihr Kopfkino an. In diesen Situationen überkam ihre jüngere Tochter jedes Mal der Zorn, besonders dann, wenn sie ihr euphorisch, einen vermeintlich „Neuen Titel“ vorspielte, den SIE, aber schon kannte.
Tja, wer Weihnachten mit „I Am the World“ von den Bee Gees gefeiert hat, bei Adriano Celentano mit „Azzuro“, die „Heimweh-Tränen“ seiner Mutter sah und den ersten Liebeskummer mit Terry Jacksons„Seasons in The Sun“ bekämpfte, dem ist nicht viel fremd.
Einen ihrer größten Liebeskummer, erlebte Provinzmadame bei „Chiquitita“ von ABBA und den nächsten Liebesschmerz bei „You sang to me“ – von Marc Anthony.
Es gibt noch endlos viele Titel, die ein Gefühlschaos in ihr hervorrufen. Musik vermag eben viel, wenn nicht sogar alles. Besonders der Song von Udo Jürgens:
„Denn mein Bruder, ist ein Maler und ein Bild aus seiner Hand..„
Überall lauern Gefühle
In Seniorenresidenzen, spielen sie heute Demenzerkrankten noch Marschmusik mit Jodler-Begleitung vor.
Für „Generation Provinzmadame“, muss dann aber Andrea Berg, Helene Fischer, Avici, Gigi D`Agostino samt „Cordula grün“ – durch die Gänge hallen.
Musik berührt unser Herz, die Seele und den Geist, da bleibt vieles unvergesslich. Bei uns „Babyboomer“ – hat sich Saturday Nigth Fever – Wake me up, before you Go-Go – so richtig eingebrannt.
Einige versuchen ihre Gefühle zu verbergen, oder sie weg zu schummeln, das will Provinzmadame nicht.
Sie will fühlen, hören, sehen, riechen und schmecken und das man ihr die Empfindungen auch sofort ansieht.
Wenn der Geliebte im Film stirbt oder der Trottel die Freundin, statt der „Richtigen“ nimmt, plerrt sie heute noch vorm TV 😦
Kann sich ausgelassen wie ein Kind freuen und bei Partymusik wie ein Teenager tanzen. Aber auch traurig werden, wenn sie melancholische Laute hört.
„Ich will Alles“ von Gitte – ihren Frust bezwungen
Und bei – „Du verstehst mi net“ von Ambros, ihr Revoluzzer-Gen genährt.
Heute will Provinzmadame andere mit ihrer Guten Laune „anstecken“, ihre Gefühle aber, mit besseren Strategien im Zaum halten.
Sollte sie wieder mal der „Blues“ erwischen, macht sie ihr „imaginäres Ladl“ auf, legt ihren Kummer rein und macht es wieder zu.
Schenkt sich ein Glas Wein ein und hört sich von Vicky Leandros: „Ich leibe das Leben“ – an
„Waaas, kann mir schon geschehn“ .….