Das taugt ihr, anders wär ihr das zu viel

Und Provinzmadame ist so ausgelassen, dass sie, wie die alte Dame in einem Werbeclip, mit Anlauf auf dem Bauch, übern Tisch rutschen könnte. Ihr taugt, dass sie ihre Füße sie tragen, wohin sie will und ihren Hände alles greifen können, was sie anfassen und fühlen will, vor allem:
Das ihr Hirn noch mit macht!

Ihr Herz macht Freudensprünge, wenn sie sich auf Fahrrad schwingt oder auf eine Alm wandert. Im Sommer, zum Schwimmen an den Attersee fährt, oder woanders Urlauben kann.
Da spielt es für sie keine Rolle, ob sie ein Jahr älter geworden ist, weil sie weiß, dass in der Sekunde, alles anders werden kann. Provinzmadame pfeift aufs Alter und sagt sich:
Was sind schon 67 Jahre, wenn man einem Hundertjährigen gegenüber sitzt?

Eines ist sie doch geworden, einsichtiger und weitsichtiger, Letzteres, im doppelten Sinne.
Das Fühlen von Freude, Schmerz, von Überraschung oder Enttäuschung, ist aber noch gleich und ihr wird immer noch heiß oder kalt, bei so manchen Knalleffekt. Phasen, wo man auf ihren Gefühlen herumtrampelt ist, als wären sie aus Beton.

Ein Leben mit Fehlern – aber frei

In ihrem Leben, haben sie einige Erfahrungen abgehärtet, ist aber trotzdem nicht abgebrüht geworden, sondern einfach vorsichtiger. Das einzige, was sie verrät, ist ihre Feinfühligkeit, ihre impulsive Ader, die es immer wieder schafft, dass sie ihre Selbstbeherrschung verliert.

So kann es passieren, dass sie auch heute noch über reagiert, obwohl sie souverän und gelassen bleiben möchte. Dann ist das Gegenteil der Fall und wie früher, haben so manche Handlungen, weitreichende Folgen.

Wieder alles im Griff

„auf dem sinkenden Schiff?“ – Ja, trotz der vielen Überreaktionen. Schuld an diesen Ausbrüchen war sowieso nur der „Mandelkern“, das Areal im Hirn, das großen Einfluss auf unsere Gefühle hat.
Dieser muss bei Provinzmadame die Größe einer Walnuss haben, der kleine Teil im Kopf, wo nicht nur die großen Gefühle entstehen, sondern auch Angst, Hass und Wut.

Im Laufe des Lebens lernt sie damit umzugehen und „sich im Griff zu haben“ – und doch, greift sie, wie wir alle, immer wieder auf alte Muster zurück. Wohlwissend, das es weder damals, noch heute etwas bringen wird.

Obwohl, vieles hat sie schon unter Kontrolle, aber halt nicht alles, denn es besteht noch immer die Gefahr, dass ihr die Hutschnur reißt. Zwar „haut sie nicht alles gleich wieder hin“ – wie früher – sondern bemüht sich, in ihrem Gehirn eine neue Spur zu legen, eine die breiter ist, als die impulsive „Ader“. Und das ist schwierig, denn wie immer, hängt die Tragweite der Gefühle ja von ihrer Tiefe ab.

Gibt es eine kontrollierte Impulsivität?

Kein „Ausflippen“ – sondern ein Handeln mit Bedacht? Gefühle zeigen, aber die Kontrolle behalten, impulsiv und feurig sein, ohne auszurasten?

Hm, denn erst neulich, passierte wieder etwas, wo ihr wieder die „Hutschnur“ gerissen ist. Außer Rand und Band – schrie sie dem Verursacher – „Ein Arschloch beliebt ein Arschloch, auch wenn es tot ist!“ -durchs Telefon.
Tja – Provinzmadame lässt sich vieles gefallen lassen, aber nicht alles, schon gar nicht, wenn sie dabei Gefahr läuft, ihre Leichtigkeit zu verlieren.

Leider, lernen wir im Leben selten etwas durch Zuschauen und gut gemeinte Ratschläge, laufen oft ins Leere. In unserem Alter aber, sollten wir solche Lehren nicht mehr nötig haben.
Darum, feiern wir jeden unserer Geburtstage und zählen nicht die Jahre, sondern unsere Erlebnisse und Erfahrungen.

Trinken wir auf unsere Gesundheit, auf die Leichtigkeit, den Frohsinn und die Liebe. Auf all das Schöne – was wir erleben und fühlen dürfen.
Provinzmadame sagt: Salute, freut Dich des Lebens und feiere jeden Tag!

Denn: „Die Erwartungen anderer zu erfüllen, reicht nicht für ein erfülltes Leben“ – Ernst Ferstl

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