Manchmal passiert es, dass sich auch „Busenfreundinnen“ verabschieden.
Oft, weil man sich nur mehr wenig zu sagen hat und beruflich wie private Interessen sich trennen. Sich die Gemeinsamkeiten, einfach in Luft aufgelöst haben. Provinzmadame spürt, wenn die Zeit einer Trennung gekommen ist und sie sich verabschieden muss.
Was für den einen ein kleiner Tod, ist für sie den anderen kein großer Verlust. Es kann aber auch sein, dass die andere Seite es gar nicht so wahrnimmt und das Ganze nie Freundschaft, sondern nur „gute Bekanntschaft“ für sie war.
Unverbindliche Treffen, weil man sich eine Ewigkeit kennt.
Mit den Jahren kann sich vieles verändern, Interessen und leider auch die finanziellen Möglichkeiten, die sich nicht mehr die Waage halten.
Provinzmadame kann loslassen,
und kann gehen lassen, was nicht bleiben will oder soll. Es lassen sich ja auch Eheleute nach über Dreißig Jahren scheiden.
Wenn es nichts mehr zu sagen gibt, worüber es sich zu reden lohnt?
Angefangen hat es mit einem geplanten Kurztrip, der beinahe ins Wasser gefallen wäre. Die „Freundin“ wurde krank und niemand hätte oder wollte einspringen, da tauchte die Frage auf: Alleine wegfahren?
Die verstaubte Skiausrüstung aus dem Keller holen, mit der die Post abgehen soll?
Dabei hat sich mittlerweile sogar das Innenfutter der Skischuhe aufgelöst, die Schale ist spröd geworden und die Skikanten der Oxidation zum Opfer gefallen. Eine neue Ausrüstung lohnt sich nicht mehr, für die paarmal, die Provinzmadame bis heute gefahren ist?
Außerdem sowieso nur blaue Pisten fahren will, weil sie nur auf diesem „Teppich“ carven kann.
das „SEIN“ genießen
Provinzmadame denkt dabei an eine Freundin einer Freundin. Diese ist bei jeder Gelegenheit und passendem Angebot, übers Wochenende weggefahren: ALLEIN.
Hat sich in den besten Hotels einbunkert und für zwei Tage den Zimmerservice beansprucht. Die Zeit allein im Bett und im TV von Schmachtfetzen berieseln lassen. Zwanglos, einfach so, weil es ihr wie einem Kind, in fremden Zimmern und Betten so gefällt.
Provinzmadame will das auch probieren, aber nicht nur im Bett bleiben, sondern sich auch alleine hinaus trauen.
Sollte sie Abends an der Bar angesprochen werden und gefragt, warum sie alleine sei, wird sie antworten:
„Tja, es gibt eben nur drei treue Freunde: eine alte Ehefrau – ein alter Hund und flüssiges Geld“– Benjamin Franklin
„Eine Freundschaft, der der gemeinsame Nenner abhanden kommt, geht unweigerlich in die Brüche“ – Ernst Ferstl
