Ruft man das ins Tal des Echos wird die Antwort „ALLEN“ sein. Egal ob beim Einkauf oder Ausgehen, viele bewerten. Die Damen lästern: Ist die dick, dünn, alt oder faltig geworden, Männer sagen es noch direkter. Aus deren Mündern sprudelt eiskalt: „Die is gscheit fett woarn“– nicht selten genau von denen, die selber ein Wein- oder Bierfass vor sich hertragen. Unverschämte Vergleiche, die bei Frauen zu noch mehr Selbstzweifel führen. Für Provinzmadame sogar manchmal der Grund, warum sie so spät Nachhause kommt.
Tja, wer „vorhanden“ ist, über den wird selten gelästert 😉 Das führt sie zur Überlegung, ob Mann sich überhaupt noch mit einer „Normalfrau“ zufrieden geben kann? Eine, die sich von „naturgetreuen“ Bildern nicht unter Druck setzen lässt. Deren Nase zu groß, der Busen wer weiß wo, ihre Schlupflider „blickdicht“ machen und einen „Babybauch“ haben.
Welches Problem ist da wohl Schuld, wenn´s mit der Liebe nicht klappt?
Beziehungspleiten, kommen selten von einer körperlichen Unvollkommenheit
Wie lautet nun die Antwort auf die Frage: Wem will ich gefallen? Wirklich Allen? Aussehen und Figur bekommen wir vererbt, aber deshalb den Spiegel verhüllen? Wenn Provinzmadame in den Spiegel schaut, dann zur Sitzkontrolle der Klamotten, denn erheitern, tut sie das Spiegelbild auch nicht mehr. Schon als Teenager fand sie ihre Nase zu groß, ihren Busen zu spitz und ihren Bauch, naja, mit Sechzehn macht man sich über so was Gedanken.
Heute muss sie sich damit zufrieden geben, dass der Busen nicht mehr spitz und der Bauch auch nicht flacher wurde, wäre aber froh, über die „Problemzonen“ von damals.
Sind das die Gründe, warum sich so viele unters Messer legen? Wahrscheinlich vergessen wir alle, dass man ist nicht von Heute auf Morgen alt wird, obwohl es auch Provinzmadame so vorkommt. Außerdem wissen wir, Nasen und Ohren wachsen ein Leben lang und leider, der Busen und die Haut auch.
Was bleibt uns also übrig?
Provinzmadame akzeptiert sich wie sie ist, lieben kann sie das was sie im Spiegel sieht zwar nicht mehr. Dabei ist ihr vor drei Jahren vieles gar nicht aufgefallen, es war auf einmal da.
Tja, wahrscheinlich hinkt auch ihr Hirn dem Spiegelbild hinterher. Im allgemeinen kann sie aber feststellen: Wenn sie angezogen vorm Spiegel steht, gefällt ihr das, was sie sieht, weil sie weiß:
„Ihre Problemzone sitzt sicher nicht hinter der Stirn“.
Also was solls, auch deine Feinde werden älter und es gibt Schlimmeres, als wenn dir bei der Kerze die Oberschenkel entgegenkommen. Provinzmadame ist daher d´accord mit Corinne Luca 🙂
„Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch nicht kenne!
Attraktivität ist Heutzutage ein wichtiger Faktor, der über Einsamkeit oder Zweisamkeit maßgeblich entscheidet. Zumindest was uns Männer betrifft. Oder vielmehr …. mich. Ich habe es bisher immer wieder erlebt, dass meine Persönlichkeit bei meiner Beurteilung so viel wiegt wie Helium, sobald man mein Gesicht betrachtet. … 😦
Schöne Beiträge!