If I Were Sorry

Entscheidungen – betreffen selten einen Menschen allein. Wer genug Empathie hat, kann besser abwägen, ob der Schmerz dem anderen zumutbar ist. Beim Thema Trennung heißt es stets: Wer leidet mehr? Wie es in der Liebe nun mal so ist, einer immer mehr.
Bei einer Scheidung, hat garantiert einer von den Zweien schon Monate, wenn nicht Jahre vorher, begonnen zu trauern. Kinder aus solchen Beziehungen, auch wenn sie erwachsen sind, möchten trotzdem Mamma und Papa vereint haben. Doch wenn Streit, Wut und Hass für das ganze Umfeld schon unerträglich geworden ist, sind zwei Zuhause besser.
Als der Vater von Provinzmadame starb, war sie gerade mal zehn Jahre alt und sie erinnert sich heute noch mit Schaudern an dessen cholerischen und hysterischen Wutausbrüchen. Für ihre Ursprungsfamilie war es damals, das „bessere“ Ende einer schlechten Ehe.
Hätte ihre Mutter den Vater verlassen, wem wäre es schlechter ergangen, mit den fünf unmündigen Kindern?

Niemand geht nicht einfach so

Und bei vielen dauert der „Leidensweg“ ein Leben lang. Erst bringen sie es nicht übers Herz und im Alter fehlt ihnen das Geld dazu. Den Partner in stillen Momenten leiden sehen, schaffen sie es nicht ihm weh zu tun.
Doch irgendwann wird die Sehnsucht nach Harmonie immer größer, weshalb die Sonne gar nicht so schön und warm scheinen kann, dass man sich daran noch erfreuen könnte. Wenn der Augenblick da ist, ans eigene Ende zu denken, will man lieber ein Ende mit Schrecken. Provinzmadame wünschte, dass in der heutigen Gesellschaft weniger geurteilt und bewertet wird, sondern akzeptiert, dass bei vielen, eine Trennung manchmal das Beste ist.
Am Ende des Tages haben auch im Alter beide noch eine Chance jemanden zu finden, der besser zu ihnen passt. Der Satz: „Die werden sich schon zsammstreiten“, sollte endgültig der Vergangenheit angehören.

Die menschlichste der Schwächen ist, sich über das, was uns das Herz gebrochen, noch obendrein den Kopf zu zerbrechen“ Paul Heyse
Diesen Song – hatte Provinzmadame oft im Ohr:

Frans mit:
Ich würde tausend Meilen rennen,
würde nicht aufhören, bis ich umfiele.
Wenn es mir leid täte, wäre ich auf meinen Händen und Knien.
Würde meine schönsten Bittgesuche einstudieren, wenn es mir leid täte,
aber es tut mir nicht leid, nein.

oder Andreas Bourani mit:
Du willst gehen ich lieber springen
Wenn du redest will ich singen
Du schlägst Wurzeln ich muss fliegen
Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen
Wo ist die Liebe geblieben


Ein Gedanke zu “If I Were Sorry

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