Es gibt Tage, da schaut sich Provinzmadame fragend in den Spiegel und überlegt: „Komm noch irgendwas?“ Dann fällt ihr das Buch von Gregor Heiss ein „31…It never was a Secret„.
Holt es aus dem Regal und schlägt es blind auf, es ist die Seite 21, mit der Geschichte vom Ballonfahren:
„Wenn du mehr sehen willst, musst du weiter hinauf und das funktioniert nur: Mit Ballast abwerfen“. Jeder Sack sollte steht für eine Gewohnheit und man wissen, welche einen eher belastet, als hilft.
Gewohnheit gibt einem oft das Gefühl von Sicherheit und ja, sie ist sogar für Zufriedenheit verantwortlich.
Provinzmadame geht gern einen Schritt weiter, weil sie über den Tellerrand hinaus blicken will. Weiter, als sich ihre Familie und Freunde oft vorstellen konnten.
Beim Kartenspiel entscheidet ein oft Punkt,
ob man das Bummerl kriegt oder nicht. Was hat das mit Gewohnheit, Tradition und Regeln zu tun? Das alles kennt sie, will aber nicht mehr! Besonders dann, wenn sie die Bequemlichkeit anderer unterstützen sollte. Ergo, ab heute wird Ballast abgeworfen, beziehungsweise: NEIN gesagt!
Dieses kurze Wort, kann einen in die „Wüste“ schicken, was Provinzmadame auch zu spüren bekam: „Weh dem, der aus der Reihe tanzt!“ Davon kann sie ein Lied singen.
Noch kann sie nicht über ihre volle Freizeit verfügen, aber im Spiegel zwinkert sie sich schon zu:
„Na, Oktopussi, wieder mal über den Tellerrand springen?“
Daran ist der gute alte Zentimeter schuld, der ihr den kleinen Rest vom Ganzen vor Augen hielt.
Zu diesem Zeitpunkt waren es genau zwanzig Zentimeter.
Zwanzig Zentimeter!
Ja, die Zeit hinter ihr ist nun länger, als die vor ihr und diese verbleibende Zeit, will sie weiterhin in „Hohen“, aber auch in flachen Schuhen gehen. Ihre Falten cremen, wie damals noch ihre glatte Haut.
Das Einzige was sich bei ihr nie ändern wird, sind ihre Gefühle, die stets- „Tiefer, als das tiefste Tal und höher als der höchste Berg“ sind.
Ihre Geschichten im Kopf sind unerschöpflich, manche dabei unmöglich. Wenn sie vorm Laptop sitzt, kann sie ihre Phantasie walten lassen und es blendet sich oft Vergessenes ein, manchmal zum Weinen, genauso, wie zum Lachen.
Im Nachhinein schaut vieles leichter, besser, lustiger und abenteuerlicher aus, als es in Wirklichkeit war. Provinzmadame genießt ihr Leben und fühlt sich geliebt, denn ihr Motto zu Lebzeiten:
„Besser ist man hat, als man hätte“ –
