Eine Frau mit Superpower?

Vielleicht, denn ihre Wurzeln liegen zwischen „Auswanderungswelle“* und „Baubranche“*, außerdem hat sie einen Faible für zeitgemäße Ideen.
Eine dynamische Frau, die in einer ländlichen Umgebung lebt und arbeitet, aber den Anschluss nicht verpasst hat.
Provinzmadame – eine „Durchschnittsfrau“? Und, ist das schlecht? Sie hatte selten einen gut bezahlte Job und ihre Kinder parierten auch nicht wie die Zinnsoldaten, zu guter Letzt, ist sie auch noch geschieden.
Dennoch ist sie kein Mädchen für alles, wie viele andere Frauen auch, weil sie zu ihrer Meinung steht und genug Hausverstand besitzt.

Sie zauberte kein „Hauben-Menü“ auf den Tisch,

dafür ein Dessert, dass als Liebhaberin, viele Falten im Leintuch versprach. Eine Übermutter war sie auch nicht, aber immer da, wenn ihre Kinder sie brauchten. Sie ist nicht zu dick und nicht zu dünn, auch weder zickig – noch zu g´scheit.

Beruflich könnte sie noch in einem Job arbeiten, der besondere Fähigkeiten oder Kenntnisse erfordert. Nur dass sie dafür, wie auch Früher, nur eine durchschnittliche Bezahlung bekommen würde.
Provinzmadame ist eine Frau, die nicht herausragend und ungewöhnlich ist, aber freundlich ausgeglichen und täglich gut gelaunt.
Viele Leidenschaften und Interessen hat, ihr Allgemeinwissen überdurchschnittlich ist, aber keine Universität besucht und deshalb, nie eine höhere Position erhielt.

Als Frau einzigartig, mit vielen Faktoren, die ihr Leben beeinflussten

Vielleicht bezeichnet sie die Männerwelt als „Guten Durchschnitt“ – die Frage ist hier, wie ist der? Darum würde sich Provinzmadame so beschreiben:

Eine Körpergröße von 165 cm, Gesichtsform und Haare unauffällig, wie bei vielen anderen auch. In einigen Ländern mag es regionale Unterschiede geben, hier ist die Durchschnittsfrau dicker, in anderen eher schlanker.

Provinzmadame trägt Kleider in Größe 40/42 und BHs kauft sie in 85C. Ihre Schuhe in Größe 37ig – wovon sie circa dreißig Paar im Schrank hat, Stiefel nicht mitgerechnet.
Apropos Stiefel, sie sind eine ihrer kostspieligen Leidenschaften.

Was ihre Eigenheiten betrifft, so benötigt sie circa dreißig Minuten im Bad und isst zur Zeit, dreimal pro Woche Toast. Der ist schnell gemacht und schont das Geschirr.
Zum Frühstück trinkt sie zwei Tassen Kaffee und zwischendurch viel Wasser, am Abend kommts auf die Stimmung an. Und: Sie liebt sich, wie sie ist, was anders bleibt ihr auch nicht übrig.

Nicht auf „Rettersuche“

Immerhin kann für sich selber sorgen, wenn das nicht pflegeleicht ist?
Tja: „Lieb dich selbst, sonst tut es keiner“

Wer möchte denn nicht von allen geliebt werden, was leider auch unmöglich ist. Es sind ihre Schwächen, die ihr Sorgen bereiten, denn mit den Jahren, mutierten diese zu Stärken.

Das macht sich in etwa so bemerkbar: Sie hält die Fernbedienung näher zum Fernseher und drückt sie fester, wenn die Batterien nachlassen. Ein „besseres Netz“ fürs Handy sucht sie, indem sie es höher hält und sich dabei dreht.
Schiefe Sachen muss sie unbedingt gerade rücken, was ihre Schwägerin „monkisch“ bezeichnet.
Außerdem hasst sie Putzen, besonders Bad und Auto.

Sollte es ihrem Gegenüber zu unordentlich sein, zeigt sie höchstens gelassen mit dem Finger zur Tür und meint: „Geh mal Bier holen, du wirst schon wieder hässlich“.
Ansonsten ist sie Verfechterin opulenter Statements, die sie sich als Durchschnittsfrau – klarer weise nicht leisten kann. Etwa:

Champagner trinke ich nur, wenn ich glücklich oder traurig bin.
Manchmal, wenn ich alleine bin. In Gesellschaft ist er ohnehin üblich.
Ich süffel ihn wenn ich nicht hungrig bin und ich trinke ihn, wenn ich´s bin.
Ansonsten rühr ich ihn nicht an – es sei denn, ich habe Durst.
Lilly Bollinger

3 Gedanken zu “Eine Frau mit Superpower?

  1. Gute Gestaltung und aussagekräftig. Ich mag die Beiträge, weil sie deine Persönlichkeit widerspiegeln. Grüsse von einem frisch gebackenen 50er (ohne Plus 😌)

Hinterlasse eine Antwort zu Norbert Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..